Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen mit Behinderungen
Es gibt nur lückenhaft Daten über die Erwerbsbeteiligung von Frauen mit Behinderungen. Daher muss auf einzelne Studien und Berichte zurückgegriffen werden, die eine Annäherung an dieses Thema bieten.
Tabelle 1: Erwerbstätigkeit von Menschen mit und ohne körperlicher Beeinträchtigung
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Erwerbstätigkeit der 15-64- Jährigen mit Beeinträchtigung |
Erwerbstätigkeit der 15-64-Jährigen ohne Beeinträchtigung | |||
|---|---|---|---|---|
| erwerbstätig | arbeitslos | nicht erwerbstätig | erwerbstätig oder arbeitslos | |
| 2002 | ||||
| Männer | 52% | 5% | 43% | 81% |
| Frauen | 39% | 4% | 57% | 65% |
| 2008 | ||||
| Männer | 57% | 5% | 38% | 86% |
| Frauen | 48% | 7% | 46% | 70% |
Quelle: Mikrozensus 2002, 2008
Die dargestellten Daten stammen aus den Mikrozensuserhebungen 2002 und 2008, welche u.a. die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern mit Behinderungen erhoben.
Die Erhebung illustriert allgemein die geringere Erwerbsquote von Frauen. Für Frauen mit Beeinträchtigung liegt die Erwerbsbeteiligung zudem noch deutlich unter der von Frauen ohne Beeinträchtigung. Zudem sind Frauen mit dauerhafter Beeinträchtigung häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer der gleichen Gruppe (siehe Tabelle).
Die Erwerbsbeteiligung von behinderten Frauen ist einerseits umso geringer, je höher das Ausmaß ihrer Beeinträchtigung ist, je instabiler ihre Erwerbsbiografie ist und je stärker die persönliche Motivation durch negative Erfahrungen geprägt ist. Andererseits sind auch Vorbehalte von Dienstgebern bei der Einstellung von Frauen mit Behinderungen und die Vorstellung, dass behinderte Frauen den Anforderungen des Arbeitsplatzes nicht gewachsen sein könnten, ein hemmender Faktor für die Berufsausübung.
Jene Frauen mit Behinderungen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sind gegenüber Männern mit Behinderungen aber nach wie vor benachteiligt, da sie eine schlechtere Ausbildung haben und sich häufiger an traditionellen „weiblichen“ und niedrig-qualifizierten Berufen orientieren, die von vornherein schon mit Benachteiligungen verbunden sind.
Für Frauen mit Behinderungen nimmt die Berufsausübung einen zentralen Stellenwert in ihrem Leben ein. Es wären daher Unterstützungsmaßnahmen bei der Arbeitsplatzsuche und die Begleitung im Berufsleben von Frauen und Männern mit Behinderung notwendig. Frauen haben noch immer schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt und sind vielfach von Arbeitslosigkeit betroffen, dies gründet sich in:
- Geringeren Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten,
- niedrigerer Qualifikation,
- niedrigeren Einstellungschancen,
- nicht weit gestreutem Angebotsspektrum,
- vielfach niedrig qualifizierten Tätigkeiten,
- Problemen beim (Wieder-) Einstieg ins Berufsleben,
- ungenügender Karriereplanung,
- verminderten Auf- und Umstiegschancen.
Tabelle 2: Begünstigte Behinderte nach dem Geschlecht 1980 - 2011
| Stichtag 1.1. | Insgesamt | Frauen | Männer | Frauenanteil |
|---|---|---|---|---|
| 1980 | 45.536 | 5.077 | 40.459 | 11% |
| 1985 | 44.697 | 8.523 | 36.174 | 19% |
| 1990 | 43.147 | 12.861 | 30.286 | 30% |
| 1995 | 63.363 | 22.232 | 41.131 | 35% |
| 2000 | 77.839 | 28.565 | 49.274 | 37% |
| 2005 | 91.102 | 35.373 | 55.729 | 39% |
| 2006 | 92.306 | 36.186 | 56.120 | 39% |
| 2007 | 93.624 | 36.994 | 56.630 | 40% |
| 2008 | 94.185 | 37.534 | 56.651 | 40% |
| 2009 | 94.066 | 37.913 | 56.153 | 40% |
| 2010 | 94.388 | 38.295 | 56.093 | 40% |
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2011 |
94.753 |
38.704 |
56.049 |
40% |
Quelle: BMASK, BSB;
Wird der Anteil der begünstigten Behinderten betrachtet, so zeigt sich, dass zwar die Zahl der Frauen mit Begünstigteneigenschaft in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen ist, aber im Jahr 2008 lediglich 40% ausmacht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geringe Beteiligung von Frauen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt sowohl an den fehlenden Einstiegs- und Integrationsermutigungen liegt, wie auch generell am Zugang von Frauen am Arbeitsmarkt. Eine Behinderung verstärkt die Aspekte der Benachteiligung noch einmal. Dieses Gebiet bietet daher einen großen Handlungsbedarf.
