Frauen mit Behinderungen - mehrfache Diskriminierung
Sowohl im Hinblick auf eine ausgewogene Beschäftigungsquote als auch auf den Abbau von Diskriminierungen am Arbeitsmarkt ist verstärkt auf die unterschiedlichen Situationen und Bedürfnisse von Frauen und Männern zu achten.
Geschlechtsspezifische Benachteiligung
Für Menschen mit Behinderungen ist es grundsätzlich schwierig, sich am Arbeitsmarkt zu behaupten. Frauen mit Behinderungen stehen zusätzlich vor der Herausforderung, noch in verstärktem Maße mit geschlechterspezifischen, gesellschaftlichen und sozialen Benachteiligungen konfrontiert zu sein.
Die Ursachen für die mehrfache Diskriminierung von Frauen sind komplexer Natur:
- Ungleiche Verteilung der familiären Versorgungsaufgaben,
- schlechtere Berufseinstiegschancen,
- Konzentration auf traditionelle Berufe mit geringeren beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten,
- niedrige einkommensmäßige Bewertung von typischen "Frauenberufen".
Viele Frauen sehen sich mit diesen Benachteiligungen konfrontiert. Bei Frauen mit Behinderungen verstärken sich jedoch die frauenspezifischen Rollen und Normen auf Grund der Behinderung noch mehr.
Auf Grund der geringen Förderungen und Erziehung zur Selbständigkeit orientieren sich Mädchen mit Behinderungen seltener am Arbeitsmarkt und wenn, dann eher auf traditionelle, "weibliche" Berufe, die von vornherein oft Benachteiligungen aufweisen.
Das hat zur Folge, dass Frauen mit Behinderungen noch stärker als Frauen ohne Behinderungen einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt sind.

