Zukünftige Herausforderungen
Obwohl es erste frauenpolitische Ansätze in der österreichischen Behindertenpolitik gibt, ist das Wissen über die Situation behinderter Frauen nach wie vor lückenhaft. Eine künftige Herausforderung ist die Verbesserung der Datenlage im Bereich der beruflichen Integration von Frauen.
Studie "be gender süd" (2005)
Das Grazer Frauengesundheitszentrum wurde mit der Durchführung der Forschungsstudie be gender süd beauftragt. Die Studie wurde im Auftrag des Bundessozialamtes/ Landesstelle Steiermark von Mai bis Dezember 2005 durchgeführt.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unterstützungsmaßnahmen bei der Arbeitsplatzsuche sowohl von Frauen als auch von Männern mit Behinderungen angenommen werden, dass Männer allerdings während der Ausbildungs- und Berufswahl intensiver betreut werden als Frauen. Es wurde festgehalten, dass die geringere Begleitung der Frauen nicht in ihrem Desinteresse liegen kann, sondern vielmehr in den Strukturen der Begleitungs- und Unterstützungseinrichtungen. Die Ergebnisse sollen einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Frauen mit Behinderungen am Arbeitsplatz liefern.
Um die Arbeitsmarktorientierung von Frauen mit Behinderungen zu unterstützen, sind nicht nur Fördermaßnahmen erforderlich, sondern auch Optionen der Dienstgeber betreffend wie flexible Arbeitszeitgestaltung und Teilzeit oder Telearbeit.
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Frauen mit Behinderung - Wege zur Arbei (2011)
Mit der Veröffentlichung "Frauen mit Behinderung - Wege zur Arbeit, eine Broschüre für arbeitsuchende Frauen mit Behinderungen", versucht das Arbeitsmarktservice auf die geschlechtsspezifisch differenzierte Betrachtung von Menschen mit Behinderung hinzuweisen.
Bei Frauen und Männern mit Behinderungen liegen unterschiedliche Ausgangslagen und Chancen vor, aber auch unterschiedliche Stärken in Arbeitsleben und Gesellschaft. Die Broschüre will Wege aufzeigen, wie ein beruflicher Werdegang geplant werden kann und Hindernisse, die durch eine Mehrfachdiskriminierung bedingt sind, abgebaut werden können.
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Studie zur Lebenssituation behinderter Frauen in Wien (2006)
Eine Untersuchung des Institutes für ganzheitliche Sozialforschung & ihre Anwendung (Sofia) zur Lebenssituation behinderter Frauen gibt Empfehlungen zu einer besseren Erreichbarkeit behinderter Frauen, ihrer Ausbildung und des Erhaltes eines Arbeitsplatzes ab. Hier ein kurzer Ausschnitt:
- Verbesserung des Informationsstandes der Zielgruppe:
Menschen mit Behinderungen sind wenig in Interessensvertretungen und Selbsthilfegruppen organisiert und daher über diesen Weg meist nur schwer zu erreichen. So sollte das Bundessozialamt aktiv, gezielt und regelmäßig den Kreis der begünstigt Behinderten informieren. Ferner wird angeraten Information über vielfältige Kanäle zu verbreiten. - Vermehrte Schaffung niederschwelliger Zugänge zu Leistungen:
So sollte die Beratung über Rechte und soziale Dienstleistungen ausgeweitet, ausgebaut und vernetzt werden. - Entwirrung des Ämterdschungels:
Menschen mit Behinderung sollten als KundInnen bei den Ämtern wahrgenommen werden, in Form von vereinfachten und transparenten Verfahren und direkt kundenbezogenen Absprachen. - Ausrichtung von Qualifikationsmaßnahmen an den Wünschen und Bedürfnissen von Frauen mit Behinderung
Weblinks
Im Folgenden einige Beispiele, die in der Öffentlichkeit auf die Thematik "Frau und Behinderung" hinweisen:
- Frauennetzwerk Verein Miteinander
- Frauen-Onlinemagazin ceiberweiber.at greift behinderungsrelevante Themen auf.
- "Einfach Europa!?" Einführung in die europäische und internationale Behindertenpolitik (2006) vom Verein für Menschenrechte Kapitel zum Thema "Behinderte Frauen – doppelt unsichtbar". Diese Broschüre ist auch in einer "Leichter Lesen" Version erhältlich.
- Politische Interesssenvertretung behinderter Frauen in Deutschland: weibernetz.de
