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Best Practice Beispiel

Unternehmer in der Bürstenerzeugung

Herr G.H. (geb. 1950) ist Gründer eines oberösterreichischen Bürsten- und Besenerzeugerunternehmens. Nach seiner Erblindung absolvierte Herr Heindl die Ausbildung zum Bürsten- und Pinselmacher am Bundesblindenerziehungsinstitut Wien und machte sich daraufhin selbstständig.

Arbeitsplatzbeschreibung

Der/die FacharbeiterIn stellt Besen und Bürsten aus verschiedenen Materialen mit höchst unterschiedlicher spezifizierter Technik her. Das kreative und abwechslungsreiche Handwerk setzt manuelle Fertigkeiten voraus.

Firma

Der Bürstenmacher Gottfried Heindl produziert eine große Auswahl an händisch und maschinell gefertigten Bürsten und Besen in bester Qualität und mit umfassenden Serviceleistungen. Er hat jederzeit für Qualitätsanfragen ein offenes Ohr und steht für die Erfüllung von Kundenwünschen zur Verfügung (2008).

Umsetzung

Herr Gottfried Heindl (geb.1950) erblindete 1950 durch Komplikationen während der Geburt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Büsten- und Pinselmacher am Bundesblindenerziehungsinstitut Wien. Seine Berufsausbildung berechtigt ihn zur Ausübung eines selbständigen Gewerbes.

In seiner oberösterreichischen Heimatstadt eröffnete Herr Heindl am 2. Mai 1969 mit Unterstützung der Eltern einen Handwerksbetrieb, den er bis heute gemeinsam mit der gehbehinderten Ehepartnerin und einem seiner Söhne führt.

Rahmenbedingungen

Durch Kooperationen mit dem Bundessozialamt wird der Handwerksbetrieb als Werkstätte für ArbeitnehmerInnen mit Sinnes- oder Körperbehinderung geführt. Heute sind im Betrieb lediglich Familienmitglieder beschäftigt.

Das Bundessozialamt unterstützt das Unternehmen mit Lohnkostenzuschüssen für ArbeitnehmerInnen mit Behinderungen, um die behinderungsbedingte Minderleistung auszugleichen.

2008 erhält Herr Gottfried Heindl keine Förderungen.

Zeithorizont

Mit 19 Jahren eröffnete Herr Heindl am 2. Mai 1969 den Handwerksbetrieb. Fast 20 Jahre (seit 1982) führte Gottfried Heindl das Unternehmen als Geschützte Werkstätte.

Durch die rückläufige Auftragslage und die betriebliche Neuorientierung arbeitet der Unternehmer seit 2001 nur noch mit Familienmitgliedern.

2008 führt Herr Gottfried Heindl das Unternehmen mit seinem Sohn.

Entwicklungspotential

„Es allen gezeigt zu haben, dass es auch mit Behinderung möglich ist, ein Unternehmen erfolgreich zu führen“ ist sehr befriedigend für den Handwerker. „Niemand bekommt etwas geschenkt, für sein Geld muss man arbeiten.“ Mitleid erregen zu wollen, ist dem selbstbewussten Unternehmer fremd.

"Ich drücke nicht auf die Tränendrüse, wir bemühen uns, marktgerechte Preise zu machen und eine Produktpalette, die jeder brauchen kann."