Best Practice Beispiel
Assistentin der Hausverwaltung
Frau L. I. (geb. 1962) steht als Assistentin der Hausverwaltung seit 1985 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit dem gemeinnützigen Unternehmen Neue Heimat Tirol. Da bereits die Vorgängerin von Frau I., wie sie selbst, einen Rollstuhl benützte, war die ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes ohne besondere Aufwendungen möglich.
Arbeitsplatzbeschreibung
Die Assistentin unterstützt die Hausverwaltung im Büro, bearbeitet Anträge, Anfragen, Versicherungsansprüche und Klagen bzw. Beschwerden der MieterInnen. Sie entspricht somit einer zentralen Service- und Clearingstelle mit KlientInnenverkehr und Telefonservice.
Firma
Die gemeinnützige GmbH Neue Heimat Tirol (NHT) baut und verwaltet Miet- und Eigentumswohnungen. Als Tirols größter Hausverwalter versteht sich NHT auch führend im Sanieren, Erhalten von Bausubstanz und Verbessern der Wohnqualität. Es sind 228 MitarbeiterInnen bei NHT beschäftigt.
Planung und Umsetzung
Als Folge einer Kinderlähmung ist Frau L. I. (geb. 1962) auf die ständige Benützung eines Rollstuhls angewiesen. Um beruflich weiterzukommen, bewarb sie sich um den freien Posten einer Assistentin der Hausverwaltung und absolvierte parallel dazu Büroschulungen und die Buchhalterprüfung im Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI).
1998 reduzierte Frau I. ihre Arbeitszeit von Vollzeit auf Teilzeit mit 75 Prozent.
Der Büroarbeitsplatz von Frau I. ist an die Höhe des Rollstuhls angepasst. Auch ein eigener Kopierer/ Scanner, der sich barrierefrei bedienen lässt, wurde eingerichtet.
Unterstützung
Das Gebäude der Neuen Heimat Tirol war bereits vor dem Dienstverhältnis von Frau I. mit Personenlift, Behindertenparkplatz und barrierefreien Sanitäranlagen ausgestattet. Denn auch die Vorgängerin von Frau I. benützte einen Rollstuhl.
Ein Lohnkostenzuschuss wurde vom Bundessozialamt gewährt. Bei Bedarf bietet das Bundessozialamt Investitionsförderungen für Investitionen und Anpassungen in Bezug auf Barrierefreiheit an.
Entwicklungspotential
„Frau I. ist eine hervorragende Mitarbeiterin und Kollegin. Frau I. ist sehr lebenstüchtig und das ganze Gegenteil von geknickt, wie man es sich oft bei Menschen mit Behinderung vorstellt. Sie strahlt mehr Optimismus aus als Menschen ohne Handicap“, so der Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol.
