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Best Practice Beispiel

Maschinenbautechnik-Lehrling

Herr F. R. (geb. 1991) absolviert derzeit in Linz die Maschinenbautechniklehre bei den ÖBB. Für den Jugendlichen mit Hörbeeinträchtigung gibt es während der Berufsschulausbildung Unterstützung durch Förderstunden mit der Arbeitsassistenz. Die Caritas „Hand-Werk“ stellt bei ÖBB-internen Schulungen einen Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung. R. ist stolz eine reguläre Lehrausbildung absolvieren zu können und sehr bemüht diese gut abzuschließen.

Arbeitsplatzbeschreibung

Der Lehrberuf „Maschinenbautechnik“ wird im dualen Ausbildungssystem in der Berufsschule und am Betrieb erlernt, wobei die Lehrzeit dreieinhalb Jahre beträgt. Lehrlinge der Maschinenbautechnik müssen technisches Interesse, handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und mathematisches Verständnis mitbringen.

MaschinenbautechnikerInnen stellen Maschinenteile her und bauen sie zusammen. Außerdem sind sie für die Inbetriebnahme, Wartung und Reparatur der Maschinen und Anlagen verantwortlich. Fehler, Mängel und Störungen an Anlagen und Maschinen müssen von MaschinenbautechnikerInnen aufgesucht, eingegrenzt und behoben werden.

Firma

Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Mit rund 45.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von ca. 5,7 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2009 wurden von den ÖBB 453 Mio. Fahrgäste und 120,3 Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

Die ÖBB sind eines der größten Unternehmen und Ausbildungsbetriebe Österreichs mit langer Lehrlingstradition. Rund 500 Lehrlinge werden jährlich aufgenommen. Die Lehrlinge bekommen bei den ÖBB eine breit gefächerte und fundierte Ausbildung und damit gute Chancen für ihre berufliche Zukunft.

Planung und Umsetzung 

Herr F. R. (geb. 1991) war bei seiner Geburt vollständig gehörlos. Durch zwei Innenohr-Implantate, die ihm im dritten und im 14. Lebensjahr eingesetzt wurden, kann Herr R. heute akustische Reize aufnehmen und sprechen. R. wurde lautsprachlich erzogen, beherrscht aber die Gebärdensprache.

Als Herr R. nach seinem Hauptschulabschluss vor der Entscheidung über seine berufliche Zukunft stand, erfuhr R’s Mutter von Bekannten, dass die ÖBB in Wien gehörlose Jugendliche ausbilden und setzte sich mit den ÖBB in Wien und mit dem Lehrlingsbeauftragten in Linz in Verbindung. Nach einem Bewerbungsverfahren mit Vorstellungsgespräch wurde der Lehrvertrag unterzeichnet und F. R. begann im September 2007 mit der regulären Lehre zum Maschinenbautechniker. Es handelt sich bei der Ausbildung um keine Integrativlehre.

Unterstützung

Die Linzer Arbeitsassistenz für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen stellte während der Berufsschulzeit einen Ansprechpartner zur Verfügung und gewährte Förderstunden.

Caritas „Hand-Werk“ bietet mobile Beratung und Unterstützung für gehörbeeinträchtigte und gehörlose Menschen in der Berufsschule und am Arbeitsplatz. Bei internen Schulungen, die bei den ÖBB regelmäßig stattfinden, wird für Herrn R. von „Hand-Werk“ ein Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung gestellt.

Entwicklungspotential

Die Arbeit macht Herrn R. Spaß. Neben der Lehre hat Herr R. kürzlich den Staplerschein privat gemacht. Einerseits um seine späteren beruflichen Chancen zu verbessern, andererseits aus persönlichem Interesse. „Stapler und Auto fährt er besonders gerne. Mein Sohn ist sehr interessiert an allem, was sich bewegt.“, sagt Herrn R’s Mutter. 

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