Best Practice Beispiel
Unternehmer in der Bürstenerzeugung
Herr G. H. (geb. 1950) ist Gründer des Bürsten- und Besenerzeugungsunternehmens Heindl. Der Unternehmer ist seit seinem Geburtsjahr blind. Nach seiner Ausbildung zum Bürsten- und Pinselmacher am Bundesblindenerziehungsinstitut Wien machte sich Herr H. in Oberösterreich selbstständig.
Arbeitsplatzbeschreibung
Der Facharbeiter stellt Besen und Bürsten aus verschiedenen Materialen mit höchst unterschiedlicher spezifizierter Technik her. Das kreative und abwechslungsreiche Handwerk setzt manuelle Fertigkeiten voraus.
Firma
Der Bürstenmacher Gottfried Heindl produziert eine große Auswahl an händisch und maschinell gefertigten Bürsten und Besen in bester Qualität und mit umfassenden Serviceleistungen. Er hat jederzeit für Qualitätsanfragen ein offenes Ohr und steht für die Erfüllung von Kundenwünschen zur Verfügung.
Planung und Umsetzung
Herr Gottfried Heindl (geb. 1950) ist seit seiner Geburt vollblind. Er absolvierte eine Ausbildung zum Büsten- und Pinselmacher am Bundesblindenerziehungsinstitut Wien.
Mit 19 Jahren eröffnete Herr Heindl am 2. Mai 1969 in seiner Heimatgemeinde einen Handwerksbetrieb. Fast 20 Jahre lang (ab 1982) führte Gottfried Heindl das Unternehmen als geschützte Werkstätte.
Durch die rückläufige Auftragslage und die betriebliche Neuorientierung arbeitet der Unternehmer seit 2001 heute ausschließlich mit Familienmitgliedern. Seine Söhne und seine Ehepartnerin, die gehbehindert ist, arbeiten im Betrieb mit.
Im Jahr 2010 führt Herr Gottfried Heindl das Unternehmen mit seinem Sohn. Herr H. berichtet, dass in den vergangenen 10 Jahren einiges im Betrieb entwickelt wurde. Der Unternehmer ist nach wie vor mit Begeisterung bei der Arbeit. „Vom Alter her könnte ich ja schon in Pension gehen, aber die Arbeit hält mich jung.“
Unterstützung
Der Handwerksbetrieb wurde durch Kooperationen mit dem Bundessozialamt mehrere Jahre lang als Werkstätte für ArbeitnehmerInnen mit Sinnes- oder Körperbehinderung geführt. Heute sind im Betrieb lediglich Familienmitglieder beschäftigt.
Das Bundessozialamt unterstützte das Unternehmen mit Lohnkostenzuschüssen für ArbeitnehmerInnen mit Behinderungen, um die behinderungsbedingte Minderleistung auszugleichen. Für Herrn H. selbst werden derzeit keine Förderungen in Anspruch genommen. Der Unternehmer selbst beschreibt: „Man bekommt nichts beschenkt. Ich bin auch nicht der arme Gottfried H., der blind ist. Ich bin Gottfried H. und bin blind.“
Entwicklungspotential
„Es allen gezeigt zu haben, dass es auch mit Behinderung möglich ist, ein Unternehmen erfolgreich zu führen“ ist sehr befriedigend für den Handwerker.
"Ich drücke nicht auf die Tränendrüse, wir bemühen uns, marktgerechte Preise zu machen und eine Produktpalette, die jeder brauchen kann." Herr H. meint scherzhaft, „Denn ich bin zwar mit den Augen blind, aber nicht betriebsblind.“
