Die Bedeutung des Arbeitsplatzes für Menschen mit Behinderungen
Die Teilnahme am Erwerbsleben hat in unserer Gesellschaft höchste Bedeutung. Sowohl Individuen als auch die Gemeinschaft bewerten sich und andere in hohem Maße über die Erwerbstätigkeit und Leistung.
Eine Arbeit zu haben, bedeutet Selbständigkeit und Unabhängigkeit, und damit einen erhöhten sozialen Status. Neben diesem ideellen Wert der Arbeitsintegration bewirkt Berufstätigkeit aber auch die nachhaltigste Sicherung der materiellen Existenz.
Arbeit ist mehr
Für behinderte Menschen ist es wie für alle anderen von hoher Bedeutung, sich selbständig durch eigene Arbeit ihren Lebensunterhalt zu sichern. Sie wollen ein „normales“ Leben führen, indem sie die gleichen Chancen und Rechte im Bezug auf Ausbildung und Berufstätigkeit haben. Über die Existenzsicherung hinaus ermöglicht ihnen die Eingliederung ins Erwerbsleben aber auch am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und dieses mitzugestalten, indem sie ihre Bedürfnisse und Anschauungen miteinbringen.
Neben der finanziellen Absicherung wünschen sich Menschen mit Behinderungen auch, sich durch einen Beruf verwirklichen zu können und eine erfüllende befriedigende Tätigkeit auszuüben.
Damit zusammen hängt auch grundsätzlich die Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Nach dem Konzept von „independent living“ wird „Selbstbestimmt Leben“ folgendermaßen beschrieben:
„Selbstbestimmt leben heißt, KONTROLLE ÜBER DAS EIGENE LEBEN zu haben, basierend auf derWahlmöglichkeit zwischen akzeptablen Alternativen, die die Abhängigkeitvon den Entscheidungen anderer bei der Bewältigung des Alltags minimieren. Das schließt das Recht ein, seine eigenen Angelegenheiten selbst regeln zu können, an dem öffentlichen Leben der Gemeinde teilzuhaben, verschiedenste soziale Rollen wahrnehmen und Entscheidungen fällen zu können, ohne dabei in die psychologische oder körperliche Abhängigkeit anderer zu geraten. Unabhängigkeit („Independence“) ist ein relatives Konzept, das jeder persönlich für sich bestimmen muss.“
(Definition der amerikanischen „INDEPENDENT-LIVING-BEWEGUNG“ nach Horst FREHE: Thesen zur Assistenzgenossenschaft, in: Behindertenzeitschrift LOS Nr. 26/1990, S.37)
Unbegründete Vorurteile
Die meisten Vorurteile, die behinderten MitarbeiterInnen entgegengebracht werden, beziehen sich auf deren Leistungsfähigkeit – aber bei entsprechender Information und Aufklärung von UnternehmerInnen und KollegInnen und gleichzeitiger Förderung von Menschen mit Behinderungen sind diese leistungsfähige MitarbeiterInnen.
Unternehmen haben je nach Kultur und Geschichte unterschiedlichste Zugänge zu Themen wie Behinderung oder Krankheit ihrer MitarbeiterInnen. Sie haben, abhängig von der Betriebsgröße, äußerst unterschiedliche Problemlösungskapazitäten im eigenen Bereich zur Verfügung. Die mensch- und betriebsgerechte Bearbeitung von Problemstellungen ist eine große Herausforderung für Unternehmen.
Dieses Internetportal hat sich das Ziel gesetzt diese Vorurteile zu beseitigen.

