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„Förderung der Potentiale“ von StudentInnen mit Behinderung

23.07.2010

(BOKU, OTS, Red.) - An der Universität für Bodenkultur in Wien wurde Ende Juni eine Fachtagung mit dem Themenschwerpunkt der Chancengleichheit und Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im Studienalltag und in der Berufswelt abgehalten. Die Thematik der „Barrierefreiheit“ wurde  in einer Reihe von Vorträgen prominenter ReferentInnen aus Politik, Wissenschaft und Kunst in ihrer baulichen, ökonomischen und sozialen Ausprägung aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet.

Rektor der Universität für Bodenkultur (BOKU) Martin Gerzabek wies in seiner Einleitung darauf hin, dass der Auseinandersetzung mit dem Thema Behinderung an Universitäten immer noch eine geringe Bedeutung zukommt. Gerade aber in Wirtschafts- und Budgetkrisen - die auch die Universitäten, ausgelöst durch massive Sparpläne der Regierungen, voll erfasst haben - besteht die Gefahr, dass "Behinderung" wieder zu einem NICHT-Thema werden könnte. Umso wichtiger ist es, "dass im Rahmen dieser Tagung die Chancen und Möglichkeiten von Menschen mit Behinderung an österreichischen Universitäten aufgezeigt und Maßnahmen gesetzt und diskutieren werden können, um die Situation deutlich zu verbessern und Potentiale von Menschen mit Behinderung zu fördern", so Gerzabek.

Der Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger zeigte die derzeit äußerst schwierige Situation behinderter Personen am Arbeitsmarkt auf. Laut Statistik ist die Arbeitslosigkeit im März 2010 generell gesunken, während diejenige von Menschen mit Behinderung weiter gestiegen ist. Als Konsequenz fordert er daher Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit behinderter Menschen.

MMag. Wolfgang Nowak Behindertenvertrauensperson der Universität Wien untermauerte mit dem neu entwickelten taktilen Leitsystem, wie für StudentInnen mit Sehbeeinträchtigung ohne baulichen Veränderungen die Orientierungshilfe erleichtert werden kannIm Gegensatz zu den bisher vorherrschenden Blindenstreifen im U-Bahn-Bereich oder an öffentlichen Plätzen werden die Orientierungslinien in den Universitätsgebäuden nicht in den Boden gefräst, sondern mittels spezieller Folie aufgeklebt, erläutert Herr Nowak.

An der BOKU selbst gibt es eine neu implementierte Stabstelle zur Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen; erste Aktivitäten wie die Online-Befragung "Studieren mit gesundheitlicher Beeinträchtigung und/oder Behinderung" zeigen auf, wo Handlungsbedarf herrscht.

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