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Kampf gegen Diskriminierung - Deutsche Konzerne testen anonyme Bewerbungen

26.08.2010

(Welt online, Kobinet, MIGazin, Red) - Fünf Unternehmen und das  Bundesfamilienministerium aus Deutschland werden ab Herbst anonyme Bewerbungen testen. Die Deutsche Post, Deutsche Telekom, L’Oréal, Procter & Gamble und Mydays, ein Anbieter von Erlebnisgeschenken, nehmen an dem Pilotprojekt teil. Den Handlungsbedarf aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung untermauert die deutsche Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Die meisten Ratsuchende fühlten sich aufgrund einer Behinderung diskriminiert.

Nun sollte mit anonymen Befragungen diesem Umstand Abhilfe geschaffen werden. Ein Jahr lang bekommen die Firmen – in ausgewählten Unternehmensbereichen – Bewerbungen nur in anonymer Form vorgelegt, also ohne Foto, Name, Alter, Geschlecht, Nationalität, Geburtsort, Familienstand und ohne Angaben einer Behinderung des Bewerbers. Damit sollen Frauen, Migranten und ältere Arbeitssuchende leichter die Chance bekommen, eine ausgeschriebene Stelle zu bekommen.

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders berichtet von 5.123 konkreten Anfragen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von August 2006 bis März 2010. Die meisten Anfragen entfielen dabei auf Diskriminierungen auf Grund einer Behinderung, gefolgt von den Gründen Geschlecht und Alter. Konkret betrafen 1.003 Anfragen beziehungsweise 25,1 Prozent Diskriminierungen wegen Behinderung. Nun sollte mit anonymisierte Lebensläufen dieser Ungleichbehandlung entgegengewirkt werden, ist Lüders überzeugt.

Mit einer Studie aus Skandinavien wurde  belegt, daß ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren ein Mittel gegen Diskriminierung am Arbeitsmarkt sein könnte, wird auf Welt online berichtet. Allerdings sei dies auch die einzige empirische Quelle.

Die Deutsche Post gab an, das Verfahren bei der Nachwuchsrekrutierung testen zu wollen, L’Oréal im Bereich der Apothekenkosmetik, Procter & Gamble hat für den Test den Berliner Standort im Auge. In den kommenden Wochen wollen die Beteiligten gemeinsam erarbeiten, wie genau das anonymisierte Bewerbungsverfahren ablaufen soll.


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