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Produktionsschulen - Maßnahme für benachteiligte Jugendliche im Übergang zwischen Schule und Beruf.

14.07.2011

Österreich (TEP, Red. 9) - Es handelt sich dabei um Angebote für die Gruppe der sogenannten benachteiligten Jugendlichen mit dem Ziel, die reale Chancen auf "berufliche und soziale Integration“ zu ermöglichen bzw. zu erhöhen. Gleichzeitig gibt es in Österreich derzeit noch keine genaue Definition darüber, welche Ansätze, Konzepte und Maßnahmenelemente eine Produktionsschule auszeichnen. Insgesamt gibt es in Österreich derzeit 16 Produktionsschulen.

In Österreich finden sich 16 Standorte, welche die Produktionsschule anbieten. In einer aktuellen, durch L&R Sozialforschung durchgeführten „Bestandsaufnahme der österreichischen Produktionsschulen“ erfolgte eine Analyse dieser Arbeitsmarktmaßnahme. Im Fokus der Untersuchung stehen eine genaue Betrachtung der Zielgruppe, Kernelemente der Angebote und ihre Erfolge sowie Empfehlungen und eine zusammenfassende Bewertung. Auch die Veranstaltung "TEP-Innovations-Drehscheiben", zu der das Sozialministerium im April 2011 einlud, behandelte in einem Workshop das Thema Produktionsschule.

Probleme und Herausforderungen der Produktionsschule

  • Derzeit gibt es für Produktionsschulen noch keine einheitliche Definition. Daraus ergibt sich eine Abgrenzungsproblematik zu verwandten Instrumenten wie Soziale Integrationsunternehmen (z.B. Sozialökonomische Betriebe, Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte). Ebenso gibt es derzeit keine einschlägigen Förderrichtlinien, welche Unterschiede im Zusammenhang mit obigen Instrumenten definieren. Im Rahmen der Diskussion wurde jedoch auch argumentiert, dass möglicherweise die fehlende Definition auch Spielräume im Sinne der Zielgruppen öffnet.
  • Es werden vielfältige Maßnahmenelemente angeboten, die sowohl auf den Beginn bzw. Abschluss einer (Schul)ausbildung als auch auf einen Eintritt in den ersten bzw. zweiten Arbeitsmarkt abzielen.
  • Hinsichtlich der Entlohnung der zumeist jugendlichen TeilnehmerInnen besteht ein eindeutiger Unterschied zwischen Produktionsschulen und Sozialen Integrationsunternehmen (SIU): Die Höhe der Entlohnung ist in SIU aufgrund geltender Kollektivverträge deutlich höher als in den Produktionsschulen, wo die Entlohnung auf Basis der Deckung des Lebensunterhalts erfolgt.
  • Die Zielgruppe von Produktionsschulen sind in erster Linie Jugendliche im Alter von 15 - 19 Jahren, in einem kleineren Ausmaß junge Erwachsene im Alter bis 25 Jahren. In diesem Zusammenhang wurde in der Diskussion angeregt innerhalb der Zielgruppen noch stärker als bisher auf die Zielgruppe der "Early School Leavers" zu fokussieren.
  • Einen wesentlichen Beitrag zu einem verbesserten Maßnahmenerfolg würde aus Sicht der WorkshopteilnehmerInnen die Forcierung des Offenen Zugangs in die Produktionsschule leisten. Darüber hinaus würde dadurch auch eine vernetztere Akquise der Jugendlichen in die Produktionsschulen gefördert. Ebenso sollten zusätzliche Ressourcen zur Nachbetreuung der TeilnehmerInnen ermöglicht werden.
  • Produktionsschulen befinden sich an der Schnittstelle Schule/Beruf. Ein verbessertes Schnittstellenmanagement aller beteiligten regionalen und lokalen Stakeholder stellt ein wesentliches Element zur Verbesserung der Steuerungsprozesse im Sinne der MaßnahmenteilnehmerInnen dar.

Am 22. September 2011 findet in Graz die Tagung "PS: ICH ARBEITE !" statt, die das Thema Produktionsschulen aus nationaler und internationaler Sicht umfassend beleuchtet. Die Veranstaltung wird von den vier steirischen Produktionsschulen organisiert. Im Sommer 2011 wird die Evaluation der Tiroler Produktionsschulen finalisiert.

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