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Universität Linz: Erste Ringlehrveranstaltung zu „Disability Studies in Österreich“
22.11.2011

Linz - [jku, Red.] Erstmals in Oberösterreich wird eine universitäre Ringlehrveranstaltung mit Schwerpunkt „Disability Studies“ angeboten. Gestartet wird mit einer Einführung und Überblicksdarstellung zur aktuellen Forschungslage über Behinderung in Österreich. Der erste Termin findet am 25. November 2011 an der Johannes Kepler Universität in Linz statt.
Die Disability Studies gehen davon aus, dass die wirklichen Probleme behinderter Menschen nicht in ihrer individuellen Beeinträchtigung, sondern in den ausgrenzenden sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Bedingungen und im eingeschränkten Zugang zur gesellschaftlichen Partizipation liegen. Neben der Diskussion von Konzepten der Erfassung der Lebenssituation behinderter Menschen werden neueste Forschungsergebnisse präsentiert.
In verschiedenen Vorträgen wird gezeigt, wer in Österreich zu welchen Themen in Bezug auf Behinderung und Behindertenpolitik arbeitet – und zwar aus einer Disability Studies-Perspektive. Die Ringlehrveranstaltung richtet sich an interessierte Studierende aller Studienrichtungen. Die LVA Raume sind barrierefrei zugänglich. Die Vorträge werden von GebärdendolmtscherInnen übersetzt.
Die Vortragenden der Ringvorlesung kommen aus dem Selbstbestimmt Leben Bereich sowie aus folgenden Fachbereichen: Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft, Gesellschafts- und Sozialpolitik, Sprachwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Psychologie.
Worum geht es in den Disability Studies?
Vor dem Hintergrund der Entstehung der BürgerrInnenrechtsbewegungen in den 70er Jahren in den USA und Großbritannien entwickelte sich das Independent Living Movement. Menschen mit Behinderung fordern das Recht ein selbstbestimmtes Leben führen zu können ein. Behinderte Studierende und dann behinderte WissenschaftlerInnen stellten fest, dass ihre eigene Perspektive, Geschichte, Erfahrungen und ihr Wissen im universitären Alltag keine Bedeutung erlangten und suchten nach Alternativen.
Die traditionelle Sicht, dass Behinderung aufgrund einer Schädigung zentral ein Problem der behinderten Person selbst und zu korrigieren ist, wurde in Frage gestellt. Vielmehr die sozialen Folgen von Behinderung rückten in den Vordergrund. Die Forschungsrichtung der Disability Studies etablierte sich, welche die sozialen Ursachen einer Behinderung in den Vordergrund ihrer Betrachtung stellt.Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der digitalen Volltextbibliothek bidok,
1. Termin der Ringlehrveranstaltung Disability Studies
- Freitag, 25. November, 15.00 bis 18.45 Uhr, Universität Linz
