Unverhältnismäßige Belastungen für ArbeitgeberInnen

Allfällige Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit sind im Rahmen einer Zumutbarkeitsprüfung zu sehen. Wenn es unzumutbar ist, die bestmögliche Maßnahme zu setzen, dann sollte der/die ArbeitgeberIn sozusagen die nächst beste Variante wählen. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Fantasie zur Problemlösung im Sinne aller Beteiligten (natürlich im Rahmen des rechtlich Zulässigen) keine Grenzen gesetzt sind.

Bei der Zumutbarkeitsprüfung kommt es unter anderem

  • auf die Größe des Betriebes (Anzahl der MitarbeiterInnen, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit etc.),
  • auf die Kosten allfälliger erforderlicher Maßnahmen (unter Einbeziehung der Möglichkeiten einer Förderung),
  • auf die Standortfrage (befindet sich das Unternehmen in einem Alt- oder Neubau?),
  • auf die Art der Unternehmenstätigkeit (eine Produktionshalle wird weniger leicht barrierefrei gestaltet werden können als ein Büro).

Lösungsbeispiele

1. Eine vom Arbeitgeber subventionierte Betriebskantine befindet sich in einem schwer umzubauenden Altbau.

Lösung

Ein/e auf einen Rollstuhl angewiesene Mitarbeiterin erhält vom Arbeitgeber einen monatlichen Zuschuss, um sich in einem Gasthaus der näheren Umgebung zu gleichen Bedingungen zu verköstigen. 

2. Ein gehörloser Arbeitsuchender will einen achtwöchigen Buchhaltungskurs des WIFI besuchen.

Lösung

Der Arbeitsuchende erhält eine Unterlage zum Selbststudium. Nach einigen Wochen Selbststudiums kann er allfällige Fragen unter Beisein eines Gebärdendolmetsches während eines zwei- bis dreitägigen Privatissimums mit der Vortragenden besprechen. Auch bei der Prüfung ist ein Dolmetsch vorhanden. Die Kosten für den Dolmetscher oder die Dolmetscherin übernimmt das AMS.

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