Was bedeutet Positivdiskriminierung?

Unter Positivdiskriminierung wird die Maßnahme der Bevorzugung von Angehörigen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, die über längere Zeit (in der Vergangenheit oder Gegenwart) diskriminiert worden ist, verstanden. Diese Art der Ungleichbehandlung soll bestehende Nachteile verhindern oder ausgleichen, beziehungsweise kann auch präventiv eingesetzt werden. Im Bereich des Bundes-Gleichbehandlungsrechts für Frauen gibt es eine Verpflichtung von ArbeitgeberInnen, bei gleicher Qualifikation Frauen gegenüber Männern zur Herstellung von Gleichstellung bevorzugt zu behandeln. 

Ein solches Recht auf bevorzugte Behandlung gibt es im Behindertengleichstellungsrecht nicht. Im Fall, dass ein/e behinderte/r BewerberIn und ein/e nicht behinderte/r BewerberIn genau gleich gut qualifiziert für eine Position sind, liegt die Wahl im freien Ermessen der ArbeitgeberInnen. Eine Verpflichtung zur Bevorzugung behinderter BewerberInnen besteht nicht.