Best Practice Beispiel

Goldschmied

Herr A. I. (geb. 1975) arbeitet in der oberösterreichischen Goldschmiede Pfoser. Die Goldschmiede baute im Zuge einer Umsiedlung des Geschäftslokals am neuen Standort einen barrierefreien Arbeitsplatz. Im Zuge der baulichen Adaptierungen gewährten das Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) und die Pensionsversicherungsanstalt dem Unternehmen Investitionsförderungen.

Arbeitsplatzbeschreibung

Zu den Aufgaben des Mitarbeiters zählen das präzise Anfertigen, Umarbeiten und Reparieren von Schmuckstücken. Dieses Handwerk erfordert ein hohes Maß an Genauigkeit und Fingerspitzengefühl sowie kreative und künstlerische Begabung.

Firma

Der oberösterreichische Meisterbetrieb Goldschmiede Pfoser Franz entwirft exklusive Einzelstücke und führt Reparaturen und Umarbeitungen von Schmuckstücken aus. Neben dem Geschäftsinhaber sind drei MitarbeiterInnen und ein Lehrling beschäftigt.

Planung und Umsetzung

Seit einem Unfall im Jahr 2000 ist der 1975 geborene Herr A. I. querschnittsgelähmt und kann deshalb seinen erlernten Beruf als Kfz-Mechaniker nicht mehr ausüben. Anfang 2002 begann Herr I. mit der Lehre zum Goldschmied in der Goldschmiede Pfoser. Möglich wurde das Lehrverhältnis durch die Umsiedlung des Geschäftsstandortes sowie durch die vom Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) und von der Pensionsversicherungsanstalt in Aussicht gestellten Förderungen der rollstuhlgerechten Adaptionen des Geschäftslokals, der Werkstatt und der Geräte.

Nach einem längeren Krankenstand konnte Herr I. nur mehr 16 Stunden pro Woche arbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice), WKO, AK, AMS, Pensionsversicherung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer konnte eine eigens auf A. I. zugeschnittene Lösung gefunden werden, um ihm die Fortsetzung der Lehre zu ermöglichen. Er war bei der Abschlussprüfung 2006 einer der Besten seines Jahrganges. Nach seiner Lehrabschlussprüfung wurde I. bei Pfoser als Geselle übernommen.

Unterstützung

Das Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) und die Pensionsversicherungsanstalt unterstützten die rollstuhlgerechten Adaptionen mit insgesamt EUR 25.000,-, wobei die Unterstützung der Adaptierung der Geschäftsräume mit EUR 18.400,- und die Ausstattung der Geräte mit EUR 6.800,- gefördert wurden. Zusätzlich förderte das Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) das Lehrverhältnis mit einem Lohnkostenzuschuss.

Die Umbauarbeiten leitete ein Architektenbüro mit speziellen Kenntnissen für die behindertengerechte Planung. Der Arbeitgeber organisierte den Umbau, beauftragte die Handwerker und stellte die Förderanträge an die zuständigen Förderstellen. Für die Auszahlung der Förderungen benötigte man mehrere Kostenvoranschläge sowie eine Auflistung der Originalrechnungen.

Herr A. I. selbst finanzierte die Ausstattung mit handbetriebenen Arbeitsgeräten im Voraus. Dafür erhielt der Arbeitnehmer Förderungen.

Entwicklungspotential

Schon vor seiner Lehre zum Kfz-Mechaniker wollte A. I. Goldschmied werden, dies scheiterte jedoch an dem mangelnden Angebot freier Lehrstellen. Laut Geschäftsführung zeichnet sich Herr I. durch enorme Kreativität sowie durch hohe Leistungsmotivation und Arbeitsbereitschaft aus.

Herr I. ist heute im Betrieb gut eingegliedert und hat überdies eine zusätzliche Ausbildung als Juwelenfasser absolviert.

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