Best Practice Beispiel

Hilfsarbeiterin bei der Wiederverwertung

Eine „Waldviertler Lösung", die Schule machen sollte!

Kurze anonyme Beschreibung des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin mit Behinderung

Die Mitarbeiterin ist 54 Jahre alt, 2-fache Mutter und arbeitet bereits seit 24 Jahren bei Eaton Industries (Austria) GmbH. Sie leidet an den chronischen Erkrankungen Morbus Crohn und Zöliakie und hatte auf Grund dessen bereits eine Dickdarm Operation. Langzeitfolgen dieser chronischen Erkrankungen sind regelmäßige Krankenhausaufenthalte.

Firmenbeschreibung

Eaton Industrie ( Austria) GmbH ist globaler Technologieführer im Bereich Energiemanagement-Lösungen. Das Werk in Schrems, Waldviertel, produziert Funktionskomponenten für elektrische Schaltgeräte. Sicherheit, Zuverlässigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit der erzeugten Produkte stehen dabei immer im Mittelpunkt. Eaton bietet seinen Kunden dadurch einen wettbewerbsfähigen, unverwechselbaren Mehrwert durch Reduzierung des Energieverbrauchs, sichere und kontinuierliche Energieverfügbarkeit sichere Energienutzung. Ca. 800 MitarbeiterInnen mit einem Jahresumsatz von rd. 310 Mio. €.

Arbeitsplatzbeschreibung

In einem modernen High-Tech-Unternehmen mit manueller Akkord- und Schichtarbeit stoßen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, da nicht mehr die volle Leistung erbringen können, bald an ihre Grenzen. ÖZIV Arbeitsassistenz, Betriebsrates Eaton Werksleitung fanden eine gemeinsam eine Lösung. Es wurden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund ihrer Einschränkungen nicht mehr in der Lage sind, ihre herkömmliche Arbeit zu verrichten, eigene Arbeitsplätze geschaffen.

Die Mitarbeiterin arbeitet nun gemeinsam mit drei weiteren begünstigt behinderten Menschen an der Wiedergewinnung von Rohstoffen aus verschiedenen Verbundmaterialien. Diese werden in Einzelteile zerlegt, um Rohstoffe wie Silber, Kupfer, Eisen, etc. zu gewinnen. Diese Materialien werden wiederverwertet, was bei den aktuell hohen Rohstoffpreisen ökonomisch sinnvoll ist. Die neue Tätigkeit ist einschichtig, ohne Akkord und sitzend zu verrichten. Die Mitarbeiterin ist an ihrem neu geschaffenen Arbeitsplatz sehr zufrieden.

Was waren die entscheidenden Beweggründe einen Menschen mit Behinderung einzustellen – weiter zu beschäftigen?

In dem geschilderten Fall gilt die Mitarbeiterin bereits seit 24 Jahren als engagierte und verlässliche Arbeitskraft. Der Firma Eaton Industries (Austria) GmbH war durchaus bewusst, dass es in der Region Waldviertel für die Frau schwierig sein wird eine neue Anstellung zu finden, weshalb die Firma auch bereit war neue Ressourcen zu schaffen. Mit Hilfe der ÖZIV Arbeitsassistenz wurde unter anderem der begünstigte Status der Frau erwirkt und die Entgeltbeihilfe beantragt.

Wie gelang der Rekrutierungsprozess? Vermittlung durch AMS oder Sonstige?

Die Klientin nahm auf Empfehlung von fit2work mit der ÖZIV Arbeitsassistenz Kontakt auf, da sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sah, in ihrer Arbeit die volle Leistung zu erbringen.

Anfänglich standen vor allem Strategie- und Entwicklungsgespräche mit der Klientin und dem Betriebsrat im Vordergrund.

Welche begünstigenden oder hinderlichen Faktoren gab es beim Arbeitsbeginn?

Hinderlich war, dass zuerst keine, den Anforderungen der Klientin entsprechende Arbeitsplätze, vorhanden waren und die Firma auch immer wieder Personal abbauen musste. Begünstigt wurde die Entwicklung dadurch, dass die Vorgesetzten (Werksleiter DI Hans-Jürgen Kolar und Produktionsleiter DI Christian Aspöck), ein Zeichen für verantwortungsvolles Unternehmertum in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzen wollten und sich auch der Betriebsrat gemeinsam mit der ÖZIV AASS für die langjährige Mitarbeiterin einsetzte.

Wenn es Stolpersteine gab, wie wurden diese beseitigt?

Die ÖZIV Arbeitsassistenz koordinierte immer wieder Strategiegespräche mit allen Beteiligten Personen.

Waren spezielle Ausbildungsmaßnahmen erforderlich?

Nein.

Wurden externe Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen und wenn ja, welche?

Entgeltbeihilfe

Was hat letztendlich dazu beigetragen, dass Herr/Frau X nach wie vor in Ihrem Unternehmen tätig ist?

Der starke Wille und das hohe Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten.