Best Practice Beispiel

IT-Techniker

Auch ein zweites Arbeitstraining kann zum Ziel führen!

Kurze anonyme Beschreibung des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin mit Behinderung

Herr L., seit Februar 2017 bei Net4Biz angestellt, ist ein freundlicher junger Mann mit 23 Jahren, der verlässlich und konstant seinen Beitrag am Arbeitsplatz leistet. Er hat im Februar 2015 die überbetriebliche Lehre als IT Techniker abgeschlossen und bis zur Anstellung bei net4biz keine Beschäftigung gefunden. Besonders überrascht hat Herr L. bei einem betriebsinternen Englisch-Test: Er war der Beste! Seine überdurchschnittliche Genauigkeit, die vielleicht mit seiner autistische Wahrnehmung zusammenhängt, spielt im Alltag der Zusammenarbeit keine Rolle – sie ist vielmehr eine willkommene Ressource. Auf der anderen Seite war seine emotionale Zurückgezogenheit anfänglich irritierend.

Firmenbeschreibung

Die net4biz GmbH ist ein IT Dienstleistungsunternehmen, das innovative Lösungen für Unternehmen, Wissenschaft und Forschung anbietet. Die Leistungen reichen von Arbeiten in der Cloud, IT Projektplanung, Storage-Lösungen, Netzwerksicherheit bis hin zur Produktberatung.

Arbeitsplatzbeschreibung

Herr L. wird seit seinem Eintritt mittlerweile auch für etwas komplexere IT Tätigkeiten eingesetzt. Er unterstützt den Betrieb dort, wo es notwendig ist. Er begleitet zum Kunden, hilft mit, die virtuelle und reelle IT Umgebung bei KundInnen aufzubauen und bearbeitet Tickets, die in seinem Kompetenzbereich liegen. Obwohl Kundenkontakte zu seinen größten Herausforderungen gehören, übernimmt er auch diese Aufgaben.

Was waren die entscheidenden Beweggründe einen Menschen mit Behinderung einzustellen?

Der Geschäftsführer von net4biz ist ein sozial interessierter und engagierter Mensch, der es auch als seine unternehmerische Pflicht betrachtet, Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Chancen zu ermöglichen.

Wie gelang der Rekrutierungsprozess? Vermittlung durch AMS oder Sonstige?

Der Prozess entstand durch einen Privatkontakt der WUK Arbeitsassistenz zum Geschäftsführer. Es gab zuerst ein Gespräch zwischen dem Geschäftsführer, dem Arbeitsassistenten und Herrn L ., bei dem ein dreimonatiges Arbeitstraining vereinbart wurde. Dieses führte jedoch vorerst nicht zum gewünschten Ergebnis. Der Geschäftsführer ließ jedoch nicht locker und weitere Kontakte zum Arbeitsassistenten führten zu einem zweiten Versuch, wobei die Erwartungen an Herrn L. genauer abgeklärt wurden. Nach weiteren drei Monaten Arbeitstraining und einer Klärung, dass eine Zusammenarbeit möglich sei, wurde ein Beschäftigungsverhältnis von Herrn L. bei net4biz vereinbart.

Welche begünstigenden oder hinderlichen Faktoren gab es beim Arbeitsbeginn?

Ein wesentlicher Faktor war die Möglichkeit, in einem langen Arbeitstraining sich gegenseitig kennen und respektieren zu lernen. Ein weiterer Punkt war die positive Grundeinstellung des gesamten Teams im Unternehmen. Hinderlich war einzig die Frage, wie es gelingen kann, genügend Zeit zu haben und die erheblich längere Einarbeitungsphase von Herrn L. sicher zu stellen.

Wenn es Stolpersteine gab, wie wurden diese beseitigt?

Durch das oben erwähnte Arbeitstraining und die von der Arbeitsassistenz eingefädelte und vom AMS zugesagte Eingliederungsbeihilfe konnten diese Stolpersteine beseitigt werden.

Waren spezielle Ausbildungsmaßnahmen erforderlich?

Nein.

Wurden externe Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen und wenn ja, welche?

Nein.

Was hat letztendlich dazu beigetragen, dass Herr L . nach wie vor in Ihrem Unternehmen tätig ist?

Die gute Zusammenarbeit mit Herrn L.

Was würden Sie als Unternehmer, anderen Unternehmen an Lernerfahrungen/Empfehlungen mitgeben?

Menschen, deren Autismus leichter ausgeprägt ist, können durch ihren speziellen Zugang zu Aufgabenstellungen eine echte Bereicherung für ein Unternehmen sein, sofern man sich auch wirklich auf sie einlässt, denn nur so kann man ihr komplettes Potenzial abrufen.