Best Practice Beispiel

Kommissionierer

Herr B. L. (geb. 1976) ist im oberösterreichischen Handelsunternehmen Weyland beschäftigt. Nach einer Herzoperation wurde für Herrn L. in Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin und der Geschäftsführung ein auf seine Bedürfnisse abgestimmter Arbeitsplatz geschaffen.

Arbeitsplatzbeschreibung

Der Kommissionierer mit kaufmännischer Ausbildung stellt in der Werkzeugabteilung Warenpakete laut KundInnenwünschen zusammen, verpackt diese und betreut ihre Versendung. Herr L. arbeitet 22,5 Wochenstunden auf Basis eines flexiblen Arbeitszeitmodells.

Firma

Das oberösterreichische Unternehmen Weyland ist im Handel mit Stahl, Eisenwaren, Sanitärartikel sowie Beschlägen und Holzwerkstoffen tätig. Weyland beschäftigt 432 MitarbeiterInnen, darunter 33 Lehrlinge sowie 8 geförderte MitarbeiterInnen mit Behinderungen. Die Beschäftigung von Personen mit besonderen Bedürfnissen ist Teil der Firmenphilosophie und liegt dem Inhaber sehr am Herzen.

Planung und Umsetzung

Seit Geburt hat der seit 1982 bei Weyland beschäftigte Mitarbeiter, Herr L., einen Herzfehler. Der 1976 geborene Einzelhandelskaufmann lernte bereits im Betrieb. Danach arbeitete er vor seiner akuten Herzoperation als Verkäufer in der Werkzeugabteilung.

Die Herzoperation im August 2001 schränkte seine Leistungsfähigkeit ein. Bis Jänner 2002 war der Mitarbeiter im Krankenstand bzw. auf Rehabilitation. In Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin, der Geschäftsführung und dem Angestellten selbst konnte ein Arbeitsplatz ohne KundInnenverkehr mit einem flexiblen und reduzierten Arbeitszeitmodell geschaffen werden.

Unterstützung

Die Betriebsärztin organisierte und überwachte die Adaption des Arbeitsplatzes. Die finanzielle Eigenleistung des Unternehmens durch die Umstrukturierung des Arbeitsverhältnisses ermöglichte den Wechsel des Aufgabenbereichs.

Durch den Dienstgeberzuschuss des Bundessozialamtes (jetzt Sozialministeriumservice) kann dem Arbeitnehmer, auch mit reduziertem und flexiblem Arbeitszeitmodell, gleiches Entgelt wie vor seiner Operation für ein Angestelltenverhältnis auf Vollzeitbasis bezahlt werden: Im ersten Arbeitsjahr nach der Operation gewährte das Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) eine Förderung von monatlich EUR 508,- und im zweiten und dritten Arbeitsjahr einen Lohnzuschuss von monatlich EUR 400,-. Dieser Lohnkostenzuschuss muss jährlich neu beantragt werden und soll die aus der reduzierten Arbeitszeit resultierende Minderleistung ausgleichen.

Entwicklungspotential

Der Dienstgeber, die Betriebsärztin und der Mitarbeiter sind sehr zufrieden mit der Lösung: „Herr L. ist als überaus ambitionierter Mitarbeiter bekannt und hat sich an seinem neuen Arbeitsplatz bewährt.“

Für die KollegInnen ist die Wiedereingliederung ihres Kollegen ein Zeichen der sozialen Verantwortung des Unternehmens für seine MitarbeiterInnen.

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