Best Practice Beispiel

Küchenhilfe im Betriebsrestaurant

Herr H. G. (geb. 1977) hat Down Syndrom. Er arbeitet seit 2001 als Küchenhilfe im Betriebsrestaurant der Generali Gruppe Österreich. Zu dieser Stelle kam er durch ein Praktikum, das ihm die Arbeitsassistenz vermittelte. Anfangs begleitete ihn ein Arbeitsassistent im Zuge eines Intensivtrainings im ÖHTB. Herr G., der in seiner Freizeit als Tänzer auftritt, wird von seinen KollegInnen als „freundlich und lebensfroh“ beschrieben.

Arbeitsplatzbeschreibung

Herr H. G. arbeitet 22 Wochenstunden als Küchenhilfe im Betriebsrestaurant der Generali Gruppe Österreich.

Seine Hauptaufgaben sind die Vorbereitung der Speisen, wie z.B. das Waschen, Putzen und Schneiden von Gemüse und der Abwasch des Schwarz- und Weißgeschirrs. Dabei wird er jeweils von einer zweiten Person unterstützt.

Firma

Mit einem Marktanteil von mehr als 15 Prozent ist die Generali Österreichs drittgrößte Versicherungsgruppe. Herr G. arbeitet im Betriebsrestaurant der Generali Österreich, am Standort Landskrongasse in Wien. 16 MitarbeiterInnen, davon 2 MitarbeiterInnen mit Behinderung haben dort ihren Arbeitsplatz. Es werden täglich 450 Essen produziert.

Planung und Umsetzung

H. G. wurde 1977 in Polen geboren, lebt seit 1978 in Wien und hat Down Syndrom, Trisomie 21.

Nach der Pflichtschule und Sonderschule war er bei „Jugend am Werk“ in Beschäftigungstherapie und wechselte 1995 in das ÖHTB (Österreichisches Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte) in eine Leistungsgruppe für Küchenarbeit. Bei einem Praktikum im Generali Betriebsrestaurant, das durch die Arbeitsassistenz vermittelt wurde, bewährte sich Herr G., sodass er zuerst für ein sechsmonatiges Volontariat und 2001 fix im Unternehmen aufgenommen wurde.

Unterstützung

Die Arbeitsassistenz vermittelte den Arbeitsplatz. Außerdem wurde Herr G. durch einen Arbeitsassistenten in einem Intensivtraining bei „pro worker“ im ÖHTB (Österreichisches Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte) begleitet.

Für die Geschäftsleitung war „soziale Verantwortung“ der Hauptimpuls dafür, einen Arbeitsplatz für Herrn G. zu schaffen: „Dieses Integrationsprojekt wird von der Generali voll und ganz unterstützt. Wir konnten dadurch sehr positive Erfahrungen sammeln.“

Das Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) gewährt einen Lohnkostenzuschuss.

Entwicklungspotential

Der Geschäftsführer der Generali Betriebsrestaurants-GmbH betont besonders, dass sich die Arbeit mit H. G. positiv auf die Teambildung ausgewirkt hat. Auch den Umgang der MitarbeiterInnen untereinander habe sich verbessert: „Wir beobachten eine große Sensibilisierung gegenüber Behinderten im Alltag.“

Herr G. selbst sagt über seinen Beruf: „Ich bin froh, dass ich da bin und möchte immer bleiben“

Seit 2007 ist Herr G. verheiratet und wirkt mit seiner Frau, die ebenfalls Down Syndrom hat, seit mittlerweile 20 Jahren im Theater des Kulturvereins „Ich bin o.k.“ mit. So trat er unter anderem bereits in der Staatsoper als Stepptänzer auf und eröffnete auch schon einmal den Opernball. Jeweils dienstags und mittwochs geht G. nach der Arbeit zum Tanztraining.

Links