Best Practice Beispiel

Laborantin

Frau T. O. (geb. 1961) führt als Laborantin im Klärwerk Fritzens in Tirol regelmäßig Abwasseruntersuchungen durch. Trotz ihrer Hörbeeinträchtigung funktioniert die unternehmensinterne Kommunikation über Lippenlesen und die externe Kommunikation über Email und Fax hervorragend. Das Unternehmensservice Tirol war bei den Förderungsanträgen behilflich und unterstützte das Unternehmen mit Beratungsgesprächen.

Arbeitsplatzbeschreibung

Die Laborantin Frau O. ist für die Eigenüberwachung im Klärwerk zuständig. Dazu führt sie Abwasser- und Schlammuntersuchungen durch. Die Analysen werden im Labor durchgeführt. Die Wasserproben entnimmt Frau O. selbst, daher ist sie auch regelmäßig am Betriebsgelände unterwegs.

Firma

Der Abwasserverband Hall in Tirol - Fritzens betreibt ein Klärwerk, in welchem die Abwässer von 16 Gemeinden gereinigt werden. Diese Reinigung geschieht zuerst mechanisch und anschließend durch einen hochkomplexen, mikrobiologischen Klärprozess. Das gereinigte Wasser wird schließlich wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt. Der Klärschlamm dient der Produktion von Ökostrom. Im Betrieb sind 25 MitarbeiterInnen beschäftigt.

Planung und Umsetzung

Frau O. wurde 1961 geboren und ist gehörlos. Für die ausgeschriebene Stelle als Laborantin wurde sie im Jahr 2000 in einem regulären Bewerbungsverfahren ausgewählt. Vor dem Vorstellungsgespräch informierte sie die Personalbeauftragten über ihre Hörbeeinträchtigung. Da sie einen guten, kompetenten Eindruck machte und offensichtlich gut ins Team passte, wurde sie ausgewählt.

Die Personen und LieferantInnen, die mit dem Labor zu tun haben, wurden darauf hingewiesen, dass sie Anfragen oder Informationen das Labor betreffend ab sofort vorwiegend über Fax oderEmail  abwickeln sollen. „Es haben sich alle sehr schnell darauf eingestellt. Zusätzlich verfügt Frau O. über ein von der Firma angeschafftes Handy, bei welchem ihr vor allem die SMS Funktion ihren Alltag maßgeblich erleichtert. Die Kommunikation klappt mittlerweile auch tadellos über Lippenlesen. Diesbezüglich brachte T. O. großes Potential mit.“, berichtet eine Kollegin.

Unterstützung

Das Unternehmensservice Tirol unterstützte das Unternehmen mit Beratungen hinsichtlich rechtlicher Rahmenbedingungen, informierte über Förderungsmöglichkeiten und war bei den Anträgen für finanzielle Zuschüsse behilflich.

Der Abwasserverband Hall in Tirol - Fritzens ist darüber hinaus in regelmäßigem Kontakt mit der „Berufsvorbereitung Lachhof“ in Volders. So wurden bereits mehrere Praktikums- und Arbeitsstellen im Betrieb mit Jugendlichen mit Behinderungen besetzt.

Das Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) gewährt im Fall von Frau O. eine Entgeltbeihilfe, die vom Arbeitgeber jährlich neu zu beantragen ist.

Entwicklungspotential

„Wir haben mit beeinträchtigten MitarbeiterInnen durchwegs positive Erfahrungen gemacht und werden uns weiter bemühen immer wieder Menschen mit Handicaps eine Berufschance zu geben.“, wird von Arbeitgeberseite erklärt.

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