Best Practice Beispiel

Mitarbeiter der Aufbereitung von Medizinprodukten

Herr  P. S. (geb. 1990) und Herr D. L. (geb. 1994) arbeiten in der Aufbereitung von Medizinprodukten bei der Firma SLI GmbH. Im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprojektes stellte 2008 der Joker Hof Tollet den Kontakt zwischen dem oberösterreichischen Unternehmen und Herrn S. her. Aufgrund der guten, mehrjährigen Erfahrung mit Herrn S. entschloss sich die SLI GmbH noch einmal beim Joker Hof Tollet um einen Mitarbeiter anzufragen. Herr L. hat türkischen Migrationshintergrund und hat, wie Herr S., eine Lernbeeinträchtigung mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Er wurde in Form eines Praktikums an die neue Arbeit herangeführt.

Arbeitsplatzbeschreibung
Die Kollegen S. und L. arbeiten im verantwortungsvollen Tätigkeitsfeld der Aufbereitung von Medizinprodukten. Die Stärken von Herrn S. und Herrn L. liegen nach Angaben der Vorgesetzten darin, dass sie die an sie delegierten Tätigkeiten genau und zuverlässig erledigen. Dazu zählen vor allem die Desinfektion von Transportwägen bzw. die Austrocknung dieser nach der maschinellen Reinigung.  Herr S. und Herr L. holen Transportwägen ab, reinigen diese Wägen sowie die Transportbehälter. Das Sauberhalten von Schleusen und Aufräumarbeiten gehören ebenfalls zum Tätigkeitsfeld der Mitarbeiter S. und L.

Firma

Die Sterilgut, Logistik und Instrumentenmanagement (SLI) GmbH wurde 2002 gegründet. Sie ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz, der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, der Elisabethinen und der Sterilog Instrumentenmanagement GmbH. Die Kernkompetenz der SLI ist die sichere und effiziente Aufbereitung von wiederverwendbaren Medizinprodukten. Das Unternehmen hat rund 90 MitarbeiterInnen und übernimmt die Sterilgutversorgung für Kliniken, Ordinationen, Ambulanzen und anderen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

Planung und Umsetzung

Die Mitarbeiterin der GEH Arbeitsintegration fragte telefonisch beim Unternehmen an, ob für einen Jugendlichen die Möglichkeit für ein Praktikum besteht. Die Personalverantwortliche von SLI berichtet: „Ich konnte weder auf ein Feedback noch auf Erfahrungen zurückgreifen. Dennoch konnte ich mir gut vorstellen, einen Mitarbeiter mit Beeinträchtigung in unserem Unternehmen zu integrieren – quasi als ‚Pilotprojekt‘.“

Trotz der hohen Spezialisierung, die eine zertifizierte Aufbereitungseinheit von Medizinprodukten vorsieht, wurden im Unternehmen Tätigkeitsfelder gesucht und gefunden, wo ein Mitarbeiter mit Behinderung seine Fähigkeiten einsetzen kann. So begann Herr S. im Jänner 2008 bei der SLI zu arbeiten.

Nach mehreren Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit mit Herrn S. entschied sich das Unternehmen dafür, einen zusätzlichen Mitarbeiter mit Behinderung einzustellen. Seit April 2013 hat nun auch Herr L. ein unbefristetes Dienstverhältnis bei SLI. Die Einarbeitung erfolgte in beiden Fällen mit Hilfe der KollegInnen im Unternehmen.

Unterstützung

Die Mitarbeiter P. S. und D. L. hatten jeweils eine Ausbildung am oberösterreichischen Joker Hof Tollet absolviert. Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigung werden dort bei der Integration in den Arbeitsmarkt und in das soziale Leben unterstützt.

Joker Hof Tollet ist eine Einrichtung des Oberösterreichischen Zivil-Invalidenverbandes. Im Rahmen der Ausbildung bietet der Joker Hof Tollet die Maßnahme „GEH – Gemeinsam Erfolg haben“ an. In verschiedenen Unternehmen, die sich zu Partnerbetrieben des Hofes etabliert haben, können die Jugendlichen ihre am Hof erworbenen Fähigkeiten anwenden und diese am ersten Arbeitsmarkt erproben. Das Projekt GEH wird vom Sozialministeriumservice und vom Land Oberösterreich gefördert.
Das Unternehmen erhielt eine vom Sozialministeriumservice bezahlte Integrationsbeihilfe.

Entwicklungspotential

Der Leiter des Joker Hofes Tollet fasst die Vorteile dieses Arbeitsverhältnisses zusammen: „Um in einem Betrieb Fuß zu fassen braucht es hohe Motivation und eine entsprechende Arbeitsleistung – ein Anspruch, der auch für Menschen ohne Beeinträchtigung eine Herausforderung sein kann. P. S. und D. L. sind zwei junge Männer mit Beeinträchtigung, die diese Arbeitstugenden zu ihren Stärken zählen können.“ Mittlerweile haben beide Männer eine fixe Anstellung im Unternehmen, auf die sie selbst stolz sind: 

Herr L.: „Ich liebe meine Arbeit und schätze das gute Arbeitsklima!“

Herr S.: „Ich hab‘ eine klasse Arbeit, die mir taugt, weil sie für mich nicht zu schwierig ist“

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