Best Practice Beispiel

Mitarbeiter in einer Personalabteilung

Akribischer Autist verstärkt Personalabteilung

Kurze anonyme Beschreibung des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin mit Behinderung:

Herr K. hat eine sehr gute und gewählte Ausdrucksweise und macht seine Arbeit sehr genau – hin und wieder etwas zu genau. Er hat – wie andere auch - gute sowie schlechte Tage. Hier ist es aber immer wichtig, einfach offen und ehrlich mit ihm zu sprechen, dann gibt es auch keine Probleme. Im Team kommt er sehr gut an und ist gut integriert.

Firmenbeschreibung

Nestlé Österreich GmbH, Zentrale, diese umfasst ca. 400 MitarbeiterInnen. Herr K. ist im Personalbereich Bereich tätig, welche ca. 17 Mitarbeiter umfasst.

Arbeitsplatzbeschreibung:

Herr K. ist zuständig für die Digitalisierung von Unterlagen. Sein Arbeitsplatz ist ein „normaler" Büroarbeitsplatz mit Laptop. Er ist auch viel bei unseren Drucker- und Scanner-Stationen tätig. Unsere Drucker- und Scanner-Stationen sind für alle Mitarbeiter zugänglich.

Was waren die entscheidenden Beweggründe einen Menschen mit Behinderung einzustellen?

Wir wollten einem Menschen mit Behinderung die Chance geben, Erfahrungen zu sammeln und ihn unterstützen.

Wie gelang der Rekrutierungsprozess? Vermittlung durch AMS oder Sonstige?

Die Arbeitsassistentin des Mitarbeiters hat ebenfalls an dem Bewerbungsgespräch teilgenommen, die Vermittlung fand direkt durch das WUK statt.

Welche begünstigenden oder hinderlichen Faktoren gab es beim Arbeitsbeginn?

Zu Beginn war die Arbeitsassistentin des Mitarbeiters ebenfalls anwesend um Herrn K. die Eingewöhnung zu erleichtern. Danach hatte unser Mitarbeiter - und auch wir als Arbeitsgeber - noch die Unterstützung einer Autistenhilfe. Es hat sich jedoch nach kurzer Zeit (drei Monaten) bereits herausgestellt, dass diese nicht mehr nötig ist.

Wenn es Stolpersteine gab, wie wurden diese beseitigt?

Durch enge Zusammenarbeit mit den Arbeitsassistenten des WUK und gemeinsame Gespräche mit unserem Mitarbeiter. Es gab auch vor dem Beginn der Tätigkeit von Herrn K. für die komplette Abteilung ein Gespräch mit der Arbeitsassistentin, um falsche Erwartungshaltungen zu korrigieren.

Waren spezielle Ausbildungsmaßnahmen erforderlich?

Nein.

Wurden externe Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen und wenn ja, welche?

Ja, eine Begleitung durch die Arbeitsassistenz und fachliches Jobcoaching durch die Autistenhilfe.

Was hat letztendlich dazu beigetragen, dass Herr K. nach wie vor in Ihrem Unternehmen tätig ist?

Die genaue Arbeit unseres Mitarbeiters Herrn K. Er hat sich wirklich großartig in unser Unternehmen eingefügt und es ist kaum mehr eine individuelle Betreuung für ihn notwendig. Seine Aufgabengebiete führt er mit akribischer Genauigkeit aus und er ist auch für Veränderungen (sofern sie ihm möglichst früh kommuniziert werden) offen.

Was würden Sie als Unternehmer, anderen Unternehmen an Lernerfahrun-gen/Empfehlungen mitgeben?

Ich würde empfehlen, ebenfalls eine kurze Info-Session für alle im Team durchzuführen. Die kurze Zeit mit der Autistenhilfe hat uns sehr geholfen. Ansonsten ist es sehr hilfreich und fördernd, einen sehr engen Kontakt mit dem jeweiligen Arbeitsassistenten zu halten, zumindest am Anfang.