Best Practice Beispiel

Produktionsmitarbeiter in der Materialvorbereitung

Herr S. B. (geb. 1992) ist seit September 2010 in einem unbefristeten Dienstverhältnis bei der Fröling Heizkessel- und Behälterbau Ges.mbH beschäftigt. Im Zuge einer begleiteten Arbeitskräfteüberlassung sammelte B. Erfahrung im Betrieb. Die Produktionsleitung der Firma Fröling war mit der Arbeitsleistung des jungen Mannes mit kognitiver Beeinträchtigung äußerst zufrieden und bot ihm anschließend einen fixen Arbeitsplatz an.

Arbeitsplatzbeschreibung

Herr B. bedient in der Produktionshalle eine hochtechnische Abkantmaschine zur Blechbearbeitung. Beispielsweise werden auf diese Weise Isolierteile für die Heizkessel, Türen für die Heizung, Aschenladen und Aschenschaufeln hergestellt. Die Produktionsaufträge erhält er über EDV und setzt sie eigenverantwortlich um. Herr B. arbeitet in einem unbefristeten Dienstverhältnis in vollem Stundenausmaß.

Firma

Fröling Heizkessel- und Behälterbau Ges.mbH ist einer der führenden europäischen Hersteller von Holzheizsystemen (Scheitholz-, Hackgut- und Pelletsheizungen). Die Unternehmens- und Produktionszentrale befindet sich in Grieskirchen in Oberösterreich.

Das Unternehmen mit rund 600 MitarbeiterInnen erhielt bereits mehrere Auszeichnungen für sein besonderes Engagement für Menschen mit Behinderungen: Im Jahr 2002 wurde der „Homer“ verliehen und im Jahr 2010 bekam das Unternehmen den Preis „Inclusio“ für die  vorbildhafte Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Planung und Umsetzung

Herr B. absolvierte am Hof Tollet eine dreijährige berufliche Ausbildung, wo speziell auf seine Begabungen im technischen Bereich eingegangen wurde. Der Schwerpunkt Metallverarbeitung interessierte den Jugendlichen besonders. Im Rahmen seiner Teilqualifizierung arbeitete er unter anderem in der Fröling Ges.mbH.  

Das Unternehmen Fröling als langjähriger Partner des Joker Hofs Tollet stellte eine der neuen Abkantmaschinen zu Ausbildungszwecken zur Verfügung. Herr B. wurde von einem Assistenten, der die Maschine bedienen und einstellen konnte, im Produktionsbetrieb ausgebildet. Die Produktionsleitung der Firma Fröling war mit der Arbeit von S. B. äußerst zufrieden. So wurde mit September 2010 ein festes Arbeitsverhältnis eingegangen. Ein unternehmensinterner Ansprechpartner steht Herrn B. auch heute noch zur Verfügung.

Unterstützung

Der Joker Hof Tollet war über mehrere Jahre für Herrn B. Wohnung und Ausbildungsstätte zugleich und stellte den Kontakt zwischen dem Unternehmen und dem Mitarbeiter her.

Seit 1997 hat Fröling Heizkessel- und Behälterbau eine erfolgreiche Kooperation in der begleiteten Überlassung von Arbeitskräften mit dem Hof Tollet. Seit Mai 2000 bietet das Unternehmen permanent ca. 20 Jugendlichen mit Beeinträchtigung und vier Betreuungspersonen in ihrem Werk eine wirtschaftsnahe Ausbildung.

Das erste Jahr der Beschäftigung wird vom Bundessozialamt (jetzt Sozialministeriumservice) durch eine finanzielle Unterstützung in Form einer Eingliederungsbeihilfe gefördert. Da das Dienstverhältnis nicht den Regelungen des Bundesbehinderteneinstellungsgesetzes (BEinstG) unterliegt, sind darüber hinaus keine Förderungen vorgesehen.

Entwicklungspotential

Der Produktionsleiter beschreibt Herrn B. als verlässlichen, gewissenhaften Menschen, der sich gut ins Team integriert hat. „Er strahlt sehr viel Freude und Motivation bei der Arbeit aus.“

Herr B. hat den Führerschein absolviert und ist derzeit in der Nachbetreuung des Hofs Tollet. Er organisiert selbstständig seinen Alltag und wird voraussichtlich in Kürze seine eigene Wohnung beziehen können. Durch die fixe Arbeitsstelle bei Fröling hat er enorm an Selbstwert gewonnen.

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