Best Practice Beispiel

Regalbetreuer

Herr K. hat eine hochgradige Sehbehinderung und sieht nur zwei Prozent.

Arbeitsplatzbeschreibung

Herr K. ist in einem MERKUR-Markt als Regalbetreuer in der Getränkeabteilung tätig. Dies bedeutet, dass er Ware aus dem Lager in den Verkaufsbereich bringt und sie in die Regale einschlichtet. Zusätzlich ist er für ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild der Abteilung verantwortlich. Bei Kundenanfragen steht er unseren KundInnen mit Rat und Tat zur Seite.

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Firma

MERKUR zählt mit 138 Märkten zu den erfolgreichsten Verbrauchermärkten Österreichs. Das Unternehmen wurde 1969 gegründet, ist Teil der REWE International AG und mit etwa 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber des Landes.

Beweggründe

Bei MERKUR sind bereits einige MitarbeiterInnen mit Behinderung beschäftigt. MERKUR verfolgt diesen Schwerpunkt schon seit mehreren Jahren. Dies hat mehrere Gründe – vorrangig geht es aber um die Motivation, Neugierde und Loyalität, die diese Personengruppe besonders auszeichnet. Der Fokus liegt bei MERKUR klar auf dem Menschen, seinen Potenzialen und auf seinem Willen zu arbeiten – nicht auf seiner Behinderung.

Rekrutierungsprozess

MERKUR arbeitet sehr eng mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband zusammen. Durch den ständigen Austausch konnten bereits mehrere Praktika und Dienstverhältnisse für MitarbeiterInnen mit Sehbehinderung ermöglicht werden. Auch Herr K. wurde vom Blinden- und Sehbehindertenverband an MERKUR vermittelt.

Begünstigende Faktoren

Herr K. wurde am Anfang sehr gut durch Jobcoaching betreut. Anfangs war es natürlich schwierig für ihn, die unterschiedlichsten Produkte voneinander zu unterscheiden und richtig in die Regale einzuräumen. Durch die Begleitung des Jobcoaches konnte sich Herr K. alle Produkte in Ruhe einprägen. Es wurde auch geübt, an welchen Stellen in welchem Regal welche Produkte eingeräumt werden müssen.

Stolpersteine

Besonders schwierig ist die Unterscheidung zwischen Produkten, die annähernd gleich aussehen und sich optisch kaum voneinander unterscheiden, wie beispielsweise Orangensaft mit oder ohne Fruchtfleisch. Eine zusätzliche Unterstützung, mit der Herr K. mittlerweile täglich arbeitet, ist eine Scanner-App, die den Barcode eines Produktes vorlesen kann. So kann Herr K. nun selbst herausfinden, um welches Produkt es sich handelt.

Unterstützung

Herr K. und auch die KollegInnen aus dem MERKUR Markt wurden sehr gut durch den Blinden- und Sehbehindertenverband unterstützt.

Was hat letztendlich dazu beigetragen, dass Herr K. nach wie vor in Ihrem Unternehmen tätig ist?

Herr K. ist ein engagierter, freundlicher und genau arbeitender Mitarbeiter, der bei seinen KollegInnen sehr beliebt ist. Für MERKUR ist klar, dass Herr K. durch seine Arbeit eine Bereicherung für das ganze Team darstellt und seinen Teil zum Erfolg des Marktes beiträgt.

Lernerfahrungen / Empfehlungen an Unternehmer, andere Unternehmen

Lassen Sie sich auf die Erfahrung mit MitarbeiterInnen mit Behinderung ein! Es ist wichtig, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die Behinderung. Auch wenn man im Vorfeld noch keine Erfahrungen oder Vorkenntnisse hat. Die Arbeitsassistenz betreut und begleitet den Eingliederungsprozess und steht mit Rat und Tat zur Seite. Bei größeren Unternehmen empfehlen wir mehrere Schritte, wie beispielsweise die Sensibilisierung der Führungskräfte, die interne Kommunikation von Best Practice Beispielen sowie den laufenden Austausch unter den Führungskräften. Durch kostenfreie Praktika und Arbeitserprobungen können die Fähigkeiten des/der BewerberIn ausgetestet und die KollegInnen auf den/die neue MitarbeiterIn vorbereitet werden.