Best Practice Beispiel

Reinigungskraft

Herr G. H. (geb. 1958) ist seit 2013 Reinigungskraft bei der Firma Job Plus. Zuvor hatte Herr H. bei seiner Jobsuche, damals im 55. Lebensjahr, aufgrund seiner schweren Sehbeeinträchtigung, schlechte Jobaussichten. Im Einzelcoaching der DisFlex Albatross Agentur wurde eine geeignete Stelle gesucht. Herr H. konnte am Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen. Um trotz seiner Sehbeeinträchtigung das gewünschte Arbeitsergebnis zu erzielen, setzt Herr H. bei den Reinigungsarbeiten eine Infrarotlampe ein.

Arbeitsplatzbeschreibung

Herr G. H. ist beim Unternehmen Job Plus im Team der „Housekeeper“ für die Reinigung in Wiener Bürogebäuden zuständig.  In verschiedenen Seminarräumen hat Herr H. auch immer wieder die Aufgabe, Sessel und Tische zu stellen, um die Räumlichkeiten für verschiedene Veranstaltungen vorzubereiten.

Firma

Job Plus integrative Zeitarbeit GmbH ist ein Unternehmen, das sich auf Arbeitskräfteüberlassung und Personalvermittlung spezialisiert hat. Gegründet wurde das Unternehmen mit Firmensitz in Linz im Jahr 2007. Es werden seither Kunden und MitarbeiterInnen aus allen Branchen und österreichweit betreut. Einer der Schwerpunkte liegt im Gebiet Wien/Umgebung. Neben der Personalvermittlung bietet Job Plus Dienstleistungen im Bereich der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung an.

Planung und Umsetzung

Herr G. H. (geb. 1958) hat einen Pflichtschulabschluss. Er arbeitete früher bei verschiedenen Firmen in Aushilfsjobs. Eine starke Sehbehinderung, die er seit 1995 hatte, führte dazu, dass er mehr als 18 Jahre lang keinen fixen Arbeitsplatz fand. Diese gesundheitliche Einschränkung wurde vom Sozialministeriumservice mit 60 Prozent Grad der Behinderung (laut dem Behinderteneinstellungsgesetz) festgestellt. Aufgrund seiner Beeinträchtigung und mit fortgeschrittenem Alter fürchtete Herr H., er würde  am Arbeitsmarkt gar nicht mehr Fuß fassen können.

Im September 2013 kam Herr H. über das Arbeitsmarktservice Wien zur DisFlex Albatross Agentur, die Menschen mit Behinderungen beim (Wieder-) Einstieg in den Arbeitsmarkt hilft. Nach einem Praktikum, das aufgrund Herrn H.s geringer Sehleistung missglückte, fand der Vermittler von DisFlex Albatross eine neue Möglichkeit für Herrn H. als Reinigungskraft bei der Firma Job Plus zu arbeiten. Zunächst fand sein Dienstverhältnis über die „geförderte Arbeitskräfteüberlassung“ statt.

2014 stimmte Herr H. einer Augenoperation zu, die sein Sehvermögen verbessern sollte. Seit der Operation, die erfolgreich verlief, braucht Herr H. keine Hilfestellungen mehr. Er hat seit Herbst 2014 ein fixes Dienstverhältnis bei Job Plus. „Ich habe eine völlig neue Lebensqualität erhalten.“, freut sich Herr H. 

Unterstützung

Die DisFlex Albatross Agentur, ein Projekt der Trendwerk Gemeinnützigen GmbH, ist ein wirtschaftsnahes Dienstleistungsunternehmen, das seit 2009 arbeitsuchende Menschen mit einer körperlichen, psychischen, intellektuellen Behinderung oder mit einer Sinnesbehinderung bei der (Re-)Integration in die Wirtschaft unterstützt. Das Projekt läuft im Auftrag des Sozialministeriumservice (vormals Bundessozialamt).

Herr H. hat im Rahmen dieses Projektes ein Einzelcoaching erhalten und ihm wurde eine Arbeitsstelle vermittelt. Dabei wurde das Instrument der „geförderten Arbeitskräfteüberlassung“ eingesetzt. Nach seinem Eintritt in die Firma Job Plus stellte sich mit der Zeit heraus, dass der Mitarbeiter aufgrund seiner Sehbehinderung oftmals nicht das gewünschte Arbeitsergebnis bei der Reinigung erzielen konnte. Anstatt das Dienstverhältnis zu kündigen, suchten der Dienstgeber und der Kontaktpartner von DisFlex Albatross gemeinsam nach Lösungen. In Absprache mit einem Arbeitsassistenten wurde als technisches Hilfsmittel schließlich eine Infrarotlampe eingesetzt.

Diese wurde zu 100 Prozent vom Sozialministeriumservice finanziert. Mithilfe der Infrarotlampe gelang es Herrn H. etwas besser, die gewünschte Arbeitsleistung zu erzielen. Seit seiner Augenoperation ist dieses Hilfsmittel nicht mehr nötig.

Entwicklungspotential

Inzwischen liegt Herrn H.s Augenoperation zwei Monate zurück. Der Heilungsprozess ist vollständig abgeschlossen. Der Grad seiner Behinderung ist auf 0 Prozent gesunken und Herr H. kann mittlerweile seine Arbeit in einem fixen Dienstverhältnis ohne Brille und ohne Hilfsmittel fortsetzen. Seine Lebensqualität bezeichnet Herr H. jetzt mit sehr gut.

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