Best Practice Beispiel

Zimmermädchen

Frau I. H. (geb. 1970) ist seit 2001 im Revita Hotel Kocher in Oberösterreich angestellt. Aufgrund einer Lernschwäche benötigt Frau H. genaue Aufgabenstrukturen und Anleitung bei der Arbeit als Zimmermädchen. Ihre Ausbildung hat Frau H. am "Hof Tollet" gemacht. Das Unternehmen wurde beim Beantragen von Förderungen vom Berufsförderungsinstitut Grieskirchen unterstützt. Frau I. H. gilt als verlässliche und hilfsbereite Mitarbeiterin.

Arbeitsplatzbeschreibung

Als Zimmermädchen ist Frau H. für die Pflege der Hotelräume zuständig. Die Tätigkeit umfasst Reinigungsarbeiten in den Schlaf-, Sanitär-, Aufenthalts- und Seminarräumen sowie im Saunabereich. In den Gästezimmern wird die Bettwäsche von den Zimmermädchen ab- und überzogen. Frau H. arbeitet in einem unbefristeten Dienstverhältnis im Ausmaß von 30 Wochenstunden.

Firma

Das Revita Hotel Kocher liegt in St. Agatha in Oberösterreich und bietet als Vier-Sterne-Betrieb 80 Betten unter dem Motto „bewusster-leben“ an. 24 MitarbeiterInnen arbeiten im Hotelbetrieb.

Das Hotel Kocher erhielt im Jahr 2002 den Homer Anerkennungspreis, einen oberösterreichischen Preis für innovative berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen.

Planung und Umsetzung

Frau I. H. kam 1970 ohne Nase auf die Welt, hat Probleme mit der Hüfte und eine Lernschwäche. Frau H. war bis zum Zeitpunkt der Einstellung im Hotel Kocher im Hof „Tollet“ beschäftigt. Der Hof Tollet bietet Jugendlichen mit Beeinträchtigungen Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt und im sozialen Leben. Nachdem sich Frau H. in einem Betriebspraktikum im Hotel Kocher bewährt hatte, wurde sie am 2.1.2001 eingestellt.

Ihre Aufgaben erledigt Frau H. mittlerweile selbstständig oder teilweise auch unter Anleitung und mit Hilfe ihrer KollegInnen.

Unterstützung

Über das Berufsförderungsinstitut Grieskirchen wurde der Kontakt zwischen Frau H. und dem Arbeitgeber hergestellt. Das BFI war auch beim Beantragen von Förderungen behilflich.

Der „Joker Hof Tollet“, war für Frau H. Ausbildungsort sowie eine Zeit lang auch Wohn- und Beschäftigungsort. Die Vermittlung des Arbeitsplatzes passierte über ein Kooperationsprojekt zwischen BFI und dem Joker Hof Tollet. Die MitarbeiterInnen des Joker Hof Tollet standen zu Beginn des Arbeitsverhältnisses mit Beratung und Betreuung zur Seite. Darüber hinaus waren bei Frau H. keine weiteren Maßnahmen notwendig, weil es durch KollegInnen und Vorgesetzte intern Einschulung und Anleitung für Frau H. gab. Frau H. hat mit ihrem neuen Arbeitsplatz ein neues „Zuhause“ gefunden, wird berichtet.

Ein Lohnkostenzuschuss vom Bundessozialamt  (jetzt Sozialministeriumservice) wird seit 2001 gewährt und ist jährlich neu zu beantragen.

Entwicklungspotential

Die Mitarbeiterin wird als arbeitswillig, äußerst hilfsbereit und verlässlich beschrieben. Frau H. erledigt ihre Aufgaben sehr bemüht, sie benötigt allerdings für jeden Arbeitsgang mehr Zeit. Mit der nötigen Anleitung und Kontrolle wird sie aber auch in Zukunft selbstständig arbeiten können, so der Arbeitgeber.

„Wir glauben, dass Frau H. bei uns alt werden wird. Wenn sie das möchte und keine gravierenden Schwierigkeiten auftreten, ist das auch für uns durchaus denkbar.“, erklärt die Geschäftsführung.

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