Dimensionen der Untätigkeit erkennen

EU-Schätzungen gehen von einem 10 Prozent-Anteil der Menschen mit Behinderung an der Bevölkerung im EU-Raum aus (Bericht der Bundesregierung über die Lage der behinderten Menschen in Österreich, 2003). Sie stellen daher auch einen erheblichen Anteil an den WählerInnen, den KonsumentInnen und den potenziellen Arbeitskräften.

Soweit es um Arbeitskräfte mit Behinderung geht, kann angenommen werden, dass die Qualifikation dieser Arbeitskräfte ebenso steigt wie die Qualifikation generell am Arbeitsmarkt.

Andererseits wird die Integrationsvorgabe nicht vor der Arbeitswelt Halt machen und mit den Errungenschaften der Technik können Barrieren am Arbeitsplatz und in der Arbeitswelt minimiert werden.

Ferner steigt mit der Zunahme des Durchschnittsalters der Erwerbstätigen der Anteil der Arbeitskräfte mit Behinderungen tendenziell an. Eine erfolgreiche Integration in die Arbeitswelt ist zweifellos als die sinnvollste und sinngebendste Form der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung anzusehen.

In dem Maße, als es nicht gelingt, Menschen mit Behinderung auf produktiven Arbeitsplätzen einzusetzen, fallen jedenfalls Kosten für die Gesellschaft, sowohl für die SteuerzahlerInnen generell und die ArbeitgeberInnen im Besonderen, an.

Die Forderungen aus politischen Kreisen, die Kosten für ArbeitgeberInnen zu erhöhen, die ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, sind nicht zu überhören.

Sich daher als ArbeitgeberIn proaktiv mit Fragen der Behindertenbeschäftigung auseinander zu setzen, ist nicht nur aus Anlass des im Jahr 2006 verabschiedeten Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes erforderlich.

Neben der Ausgleichstaxe, die bei Nichteinstellung einer Person mit Behinderung zu zahlen ist, riskiert man auch rechtliche Sanktionen.

Weiters wird ein Unternehmen, dass keine Menschen mit Behinderung einstellt nicht die Möglichkeit haben, von den damit verbunden Vorteilen zu profitieren.

Der Anfang ist schwer, aber er lohnt sich!

Der Anfang kann, für ArbeitgeberInnen, Führungskräfte, BetriebsrätInnen und MitarbeiterInnen schwer sein. Nicht selten ist die landläufige Vorstellung, dass Arbeitskräfte mit Behinderung vielleicht als TelefonistIn oder PortierIn, aber sonst nur schwer einsetzbar sind. Die Erfahrungen zeigen das Gegenteil.

Das heute verfügbare Wissen, die einsetzbaren Maßnahmen, wie die Arbeitsassistenz, die Fördermöglichkeiten für die Arbeitsplätze und die Arbeitskosten sowie die technischen Hilfen führen zu einer großen Chance für ArbeitgeberInnen, hervorragende MitarbeiterInnen für die Zukunft aus dem Kreis der Menschen mit Behinderung zu sichern. Gefragt ist betriebliches Projektmanagement.

Die dafür notwendigen Informationen finden sich auf diesem Portal.