Integrative Betriebe

Integrative Betriebe sind Einrichtungen zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung, die wegen des Ausmaßes ihrer Behinderung noch nicht oder nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können. Sie werden in der Rechtsform von Gesellschaften mit beschränkter Haftung nach kaufmännischen Grundsätzen geführt. Es gibt im gesamten Bundesgebiet 8 Integrative Betriebe mit über 20 Betriebstätten.

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung

In den Integrativen Betrieben sind derzeit rund 1.600 Menschen mit Behinderung beschäftigt. Sie werden zumindest kollektivvertraglich entlohnt, sind in vollem Umfang sozialversichert und haben betriebliche Mitspracherechte wie jede/r andere ArbeitnehmerIn auch.

Die wirtschaftliche Führung der Integrativen Betriebe setzt voraus, dass die in den Integrativen Betrieben beschäftigten Menschen mit Behinderung über eine wirtschaftlich verwertbare Mindestleistungsfähigkeit verfügen. Diese muss mindestens die Hälfte der Leistungsfähigkeit eines Menschen ohne Behinderung bei einer gleichen Tätigkeit betragen. Ist diese nicht gegeben, kommt eine Tätigkeit in einem Integrativen Betrieb nicht in Betracht.

Partner der Wirtschaft

Die Integrativen Betriebe führen hauptsächlich Lohnauftragsarbeiten durch, das heißt, sie stellen Halb- und Fertigprodukte für die Wirtschaft her. Wie andere Unternehmen auch stellen sie ihre Produkte und Dienstleistungen termingerecht, in hoher Qualität und zu einem konkurrenzfähigen Preis bereit.

Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung

Im Herbst 2015 wurde mit der "IBL - Integrative Betriebe Lehrausbildung" ein neuer Schwerpunkt gesetzt. Menschen mit Behinderung soll nicht nur eine niederschwellige Qualifizierung, sondern auch ein Zugang zu einer hochwertigen beruflichen Ausbildung mit einem formalen Abschluss angeboten werden. Diese Maßnahme soll schrittweise ausgebaut werden, sodass ab 2018 konstant insgesamt rund 100 Lehrausbildungsplätze bereitgestellt werden können. Mit der in den Integrativen Betrieben vorhandenen Infrastruktur (Ausstattung, Fachpersonal etc.) ist eine hochwertige Qualifizierung gewährleistet.

Aufnahmeverfahren

Vor der Aufnahme eines Menschen mit Behinderung in einen Integrativen Betrieb ist ein Team anzuhören, das aus je einem/r VertreterIn des Landes, des Arbeitsmarktservice, des Sozialministeriumservice und dem/der LeiterIn des betreffenden Integrativen Betriebes besteht. Je nach Sachlage sind weitere Sachverständige beizuziehen.
Der/Die GeschäftsführerIn des Integrativen Betriebes ist bei Aufnahme an die Empfehlungen des Beratungsteams gebunden.

Bitte beachten Sie:
Auf die Aufnahme in einen Integrativen Betrieb besteht kein Rechtsanspruch.