Unterstützung für Jugendliche

Ausbildungspflicht

Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel für eine gesicherte Zukunft sowohl der jungen Menschen als auch der österreichischen Wirtschaft. Dank intensiver Bemühungen in den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Jugendarbeitslosigkeit niedrig zu halten, angesichts der steigenden Qualifikationsanforderungen an Arbeitskräfte reicht die Ausbildungsmöglichkeit allein aber nicht mehr aus. Daher hat die Bundesregierung im Sommer 2016 mit dem Ausbildungspflichtgesetz die „AusBildung bis 18" beschlossen. Ziel ist, dass alle Jugendlichen eine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung abschließen. Nur mit qualifizierten Fachkräften kann die Stärke des Wirtschaftsstandortes Österreich erhalten werden. Dazu leistet die "AusBildung bis 18" einen wichtigen Beitrag.

Jugendcoaching

Jugendcoaching an der kritischen Schnittstelle zwischen Schule und Berufsleben ist ein Serviceangebot, um bei Bedarf den bestmöglichen Weg in ein Lehrverhältnis, eine berufliche Qualifizierung und Integration in den ersten Arbeitsmarkt sicherzustellen bzw. um bei individuellen Problemlagen Orientierungshilfen zu entwickeln.

Das Beratungsangebot Jugendcoaching soll Jugendlichen mit Behinderung sowie Jugendlichen mit Assistenzbedarf bzw. mit multiplen Problemlagen eine Zukunftsperspektive eröffnen und sie befähigen, eigenständig die für sie passende Entscheidung für ihre (Aus-)Bildung nach Beendigung der Pflichtschulzeit zu treffen. Insbesondere sollen Jugendliche, welche unter die Ausbildungspflicht gemäß § 3 Ausbildungspflichtgesetz (APflG) fallen, angesprochen werden.

Die Unterstützung umfasst Beratung, Begleitung, Betreuung und Case Management. Jugendcoaching erstellt ein Neigungs- und Eignungsprofil, führt eine Analyse der Stärken und Schwächen durch, stellt einen allfälligen Nachschulungsbedarf fest, zeigt berufliche Perspektiven auf und erstellt einen individuellen Karriere- und Entwicklungsplan. Beim Jugendcoaching handelt es sich nicht um eine konkrete Ausbildung, vielmehr soll durch diese Beratungsmaßnahme verhindert werden, dass gefährdete Jugendliche, die sich in einer schwierigen Situation befinden, aus dem Bildungssystem fallen.

Produktionsschule

Die Produktionsschule ist ein niederschwelliges und standardisiertes Angebot für benachteiligte Jugendliche nach Erfüllung der Schulpflicht.
Junge Menschen mit Behinderung bzw. mit Assistenzbedarf, deren Eintritt in oder Besuch einer weiterführenden Berufsausbildung aufgrund von Defiziten im Bereich definierter Basiskompetenzen scheitert, werden individuell gefördert und so ausbildungsfit gemacht. Sie werden sie bei der Bewältigung von Vorfeldproblemen unterstützt und erlangen so jene Basisqualifikationen, die für eine Anschlussfähigkeit an eine berufliche Ausbildung unerlässlich sind.
Für bestimmte Behindertengruppen gibt es spezielle Unterstützungen (z.B. für gehörlose Menschen aufgrund der Kommunikation in Gebärdensprache).

Integrative Berufsausbildung

Seit dem Jahr 2003 bietet das Berufsausbildungsgesetz für Jugendliche mit Behinderung bzw. benachteiligte Jugendliche mit persönlichen Vermittlungshindernissen in das Berufsleben zwei Modelle einer Berufsausbildung nach § 8b Berufsausbildungsgesetz (BAG, BGBl. 142/169 idgF.) bzw. nach den einschlägigen Bestimmungen der jeweiligen landesgesetzlichen Regelungen zur Berufsausbildung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft (vormals Integrative Berufsausbildung) an. Es gibt die Möglichkeit einer verlängerten Lehre (um max. 2 Jahre) oder die Ausbildung einer Teilqualifikation eines Lehrberufes.

Berufsausbildungsassistenz

Ziel ist, die Eingliederung von benachteiligten Jugendlichen mit persönlichen Vermittlungshindernissen in das Berufsleben zu verbessern. Die Berufsausbildungsassistenz (BAS) ist auf die Berufsausbildung nach § 8b Berufsausbildungsgesetz (vormals Integrative Berufsausbildung) in Betrieben konzentriert und unterstützt die Jugendlichen dabei, begleitet sie bei der Ausbildung sowohl im Betrieb als auch in der Schule und sichert damit nachhaltig ihren Ausbildungsweg ab.

Jugendarbeitsassistenz

Die Arbeitsassistenz ist das zentrale Instrument der Beruflichen Assistenzen in Österreich. Für Jugendlichen wird eine eigene Arbeitsassistenz angeboten, welche sie bei der Zukunfts- und Laufbahnplanung sowie bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz unterstützt. Die Jugendarbeitsassistenz ist sowohl eine Serviceeinrichtung für Jugendliche als auch für Betriebe, um im Arbeitsalltag von behinderten Jugendlichen entstandene Probleme zu lösen. Sollte es notwendig sein, wird im Bedarfsfall auch Arbeitsbegleitung angeboten.

Job Coaching für Jugendliche

Das ist eine individuelle begleitende Unterstützung bei der Arbeit. Jugendliche und junge Erwachsene werden individuell durch die unmittelbare Mitarbeit im Arbeitsalltag qualifiziert.

Die Jobcoaches unterstützen Jugendliche mit Behinderungen z.B. auf ihrem Weg in die Arbeit und bei der Anpassung an die Strukturen im Betrieb.
Jugendliche mit Assistenzbedarf erhalten auch Unterstützung beim Erlernen neuer Tätigkeiten. Die Hilfestellung beim Erfassen und Ausführen von Arbeitsaufträgen unterstützt auch ArbeitgeberInnen und ermöglicht einen aktiven Aufbau der Beziehungen im Arbeitskontext.

Das Angebot richtet sich an private Unternehmen, die Jugendliche mit Assistenzbedarf beschäftigen.

Weblinks zu Beratungseinrichtungen